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Glückwünsche zum 93. Geburtstag von Papst em. Benedikt XVI. am 16. April 2020

 

Video: Herzlichen Glückwunsch zum 93. Geburtstag, Papst em. Benedikt XVI. © Elke Göß 16.04.2020 

Foto: Herzlichen Glückwunsch zum 93. Geburtstag, Papst em. Benedikt XVI. © Elke Göß 16.04.2020

 

Herzlichen Glückwunsch zum 93. Geburtstag Papst em. Benedikt XVI. © Elke Göß 16.04.2020Herzlichen Glückwunsch zum 93. Geburtstag Papst em. Benedikt XVI. © Elke Göß 16.04.2020

 

Internet: twitter.com/elkegoess: Herzlichen Glückwunsch zum 93. Geburtstag, Papst em. Benedikt XVI.

 

Lieber Papst Benedikt XVI.,

heute werden Sie 93 Jahre alt. Ich freue mich sehr, dass wir diesen Tag gemeinsam erleben können. Nur die Corona-Pandemie konnte verhindern, dass ich diesen Tag heute mit Ihnen in Rom feiern kann. Ich habe deshalb gestern spontan geweint. Sie fehlen mir sehr. In diesem Jahr werden Ihnen wahrscheinlich nicht so viele Menschen gratulieren wie sonst. Alle haben nur eines im Kopf: Corona. Aus der Ferne wünsche ich Ihnen, Ihrem lieben Bruder Georg, mir und allen Menschen, die Sie lieben, dass wir Ihren Geburtstag im kommenden Jahr wieder zusammen feiern können.

Ich glaube zu wissen, dass dies Ihr erster Geburtstag ist, den Sie ohne Ihren Bruder feiern müssen. Er war bei Ihrer Geburt schon da und hörte Ihre ersten Schreie. Er kann sich an jeden Ihrer Geburtstage erinnern. Das ist sehr schön und ergreifend. Leider muss er wie ich und wie Gloria von Thurn und Taxis hier in Regensburg verharren, bis die Reisefreiheit wieder gewährleistet werden kann. Ich bedauere sehr, dass Ihr Bruder heute nicht bei Ihnen sein kann und ich bete zu Gott, dass Sie beide vor einer Ansteckung mit dem schrecklichen Virus bewahrt bleiben.

Zu Ihrem 93. Geburtstag wünsche ich Ihnen, dass Ihre Gesundheit stabil bleibt. Im Vatikan sind Sie in den besten Händen. Schutz und Fürsorge sind dort exzellent. Hoffentlich dürfen Ihnen einige trotz Corona gratulieren.

Nun sind Sie schon sieben Jahre im Ruhestand und es lief bisher alles gut. Möge es so weitergehen und mögen Sie noch viele Tage dank bester Pflege erleben. Ich bin dankbar für alle Menschen, die sich um Sie kümmern und Ihnen die Langeweile an so vielen Tagen vertreiben.

Ich bin dankbar für jeden Moment, den ich mit Ihnen erleben durfte. Es war bisher die beste und die aufregendste Zeit meines Lebens. Einer spricht davon, Ihr Bruder, dass es ein Wunder ist, dass wir uns so gut verstehen. Dabei wird zumeist übersehen, dass ich auch eine sehr schwere Zeit nach Ostern 2008 zu überstehen hatte. Durch Sie habe ich gelernt, mit der großen Bürde umzugehen. Durch Sie habe ich gelernt, zu vergeben.

Mit Ihnen durfte ich ganz neue Perspektiven kennenlernen. Nie hätte ich vorher geglaubt, dass mir dies als Pfarrerin (ohne Dienstauftrag) möglich sein würde. Sie haben mir gezeigt, was es heißt, Papst zu sein. Sie hatten Vertrauen in mich, wie ich es sonst in meiner Kirche nie erlebt habe. Sie haben mich und meine Fähigkeiten so genommen, wie sie sind und Sie haben das Beste daraus gemacht. Sie haben mich immer couragiert und gefördert.

Ich durfte mich in Ihrer Nähe wissen. Ich durfte über Sie, Joseph Ratzinger, sprechen und endlos schreiben. Wer durfte dies sonst? Ich durfte Ihnen helfen, wenn Sie wieder einmal angegriffen wurden. Ich durfte mich vor Sie stellen. Ansonsten standen immer alle hinter Ihnen, ich stand vor Ihnen und habe Sie verteidigt. Den Verteidiger des Glaubens, den ehemaligen Präfekten der Glaubenskongregation und Papst, durfte ich verteidigen. Das hat es noch nie gegeben und das wird es wahrscheinlich nie mehr geben, dass eine evangelische Pfarrerin einen Papst gegen falsche Anschuldigungen, Verdächtigungen und Verleumdungen von Seiten der Presse und von Seiten einzelner Theologinnen und Theologen verteidigt. Ich durfte immer da sein. Wie oft habe ich nachts gewacht. Ich habe es sehr gern getan.

Durch Sie habe ich nicht nur eine völlig andere Seite von Kirche kennengelernt, die ich in meiner Kirche niemals gefunden hätte, weil es sie dort gar nicht gibt. Ich fühle mich als Mitglied der römisch-katholischen Weltkirche, dadurch, dass Sie mir Zutritt gewährt haben. Durch Sie konnte ich mich verändern und doch die Gleiche bleiben. Manchmal sage ich, mein Glaube hat sich nicht verändert. Das stimmt. Hinzu kommt, dass ich die Spiritualität in der römisch-katholischen Kirche sehr schätze. Es ist mir gelungen, in den vergangenen Jahren in meinem Glauben zu wachsen, wie ich es vorher in meinen kühnsten Vorstellungen nicht träumen hätte können. In meiner Kirche bin ich nie so viel und so tief im Glauben gewachsen. Es ist wunderschön, dass Sie mir immer wieder einen neuen Weg eröffnet haben. Sie sind der perfekteste Kenner der römisch-katholischen Kirche und Sie haben sich um mein Wachsen im Glauben gesorgt. Gleichzeitig haben Sie mich nicht an sich gebunden. Auch dies hat mich nach anfänglicher Skepsis verwundert. Ich möchte Sie niemals missen und ich wünsche mir so sehr noch viele gemeinsame Jahre mit Ihnen, in denen es Ihnen so gut wie nur möglich gehen soll.

Vielleicht schafft Ihr Bruder seinen 100. Geburtstag und vielleicht gelingt Ihnen dies ebenfalls. Ich würde mich freuen und ich bin mit dabei.

Herzlichen Glückwunsch, Papst em. Benedikt XVI.! Ad multos annos, despota! Alles Liebe!

Herzlichste Grüße und hoffentlich bis bald in Rom,

Ihre Elke Göß

 

Regensburg, 16. April 2020

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update: 13. September 2020

Installation: 10. Mai 2018

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