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Die Forderungen von „Maria 2.0“ und die Möglichkeiten der „Eucharistischen Ökumene“

 

Seit heute, 11.Mai 2019, demonstrieren ehrenamtlich tätige Frauen unter dem Label "Maria 2.0" in einigen deutschen Diözesen. Schon im Pontifikat von Papst Benedikt XVI. gab es diese Initiative "Maria 2.0". Bisher ist noch nichts geschehen. Wie der Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz "heute journal" im ZDF vor der Kulisse des Petersdoms in Rom sagte, finden die deutschen Bischöfe, dass diese Aktion der falsche Weg ist. Meines Wissens war schon Papst Benedikt XVI. und ist Papst Franziskus gegen "Maria 2.0".

Ich finde es sehr gewagt, sich einen Aktionsnamen zu geben, der sich auf die Mutter Jesu Christi bezieht. Es besteht eine große Kluft zwischen der Gottesmutter und den katholischen Kirchenkritikerinnen.

Deren Forderungen sind inzwischen schon nicht mehr neu. Ich bin diesbezüglich bereits wesentlich weiter.

Sie fordern 1. Frauen in allen Ämtern der römisch-katholischen Kirche.

2. Die Auflösung des Pflichtzölibates und

3. die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der römisch-katholischen Kirche.

Zu 1.: Durch die erste inoffizielle Feier der "Eucharistischen Ökumene" ist der Weg für Frauen in alle Ämter in der römisch-katholischen Kirche bereits einen Spalt geöffnet. Durch eine erste offizielle Feier wäre der Weg frei. Da ich im Konklave 2013 am 12. März 2013 vier Stimmen erhalten habe, kann man davon ausgehen, dass es korrekt ist, dass es in Zukunft Frauen in allen Ämtern der römisch-katholischen Kirche geben wird. Ein Konklave ist nur dann gültig, wenn alle Wahlgänge gültig ist. Also war der erste Wahlgang, in dem ich vier Stimmen bekam, gültig. Wenn jemand eine Stimme im Konklave bekommt, wird ihm bzw. ihr zugetraut, dass er oder sie das Amt des Papstes bzw. der Päpstin ausfüllen kann. Man sagt dazu, jemand ist papabile und in Zukunft wird es im Fall der Wahl einer Frau im Konklave mamabile heißen. Ich habe darüber auf http://www.eucharistia.info  geschrieben. In der Karwoche und an Ostern war ich wie jedes Jahr seit 2006 bei Papstmessen im Petersdom. Wären meine Artikel nicht im Sinne von Papst Franziskus, im Sinne der Glaubenskongregation oder im Sinne des Vatikans hätte ich verhaftet werden können oder ich hätte mit einem Verfahren vor der Glaubenskongregation rechnen müssen. An Ostern 2019 war die Stimmung sehr freundlich und ich habe mich sehr akzeptiert und angenommen gefühlt. Ich bin angekommen und ich bin dort, wo ich immer hinwollte. Mein Glaube fühlt sich wohl in der römisch-katholischen Kirche. Ich bin sehr stolz, in der römisch-katholischen Kirche und insbesondere im Vatikan dazu zu gehören. Zurück zu "Maria 2.0".

Die katholischen Aktivistinnen sind 2. für eine Auflösung des Pflichtzölibates. Ich verstehe nicht, wieso Frauen und Männer in der römisch-katholischen Kirche nicht akzeptieren können, dass die Mehrheit der Geistlichen weiterhin zölibatär leben wollen. Ich kann doch nicht einer anderen Person vorschreiben, ob sie oder er heiraten soll bzw. muss, wenn sie oder er dies nicht möchte. Es ist eine Fehlwahrnehmung, dass alle katholischen Geistlichen zum Zölibat gezwungen werden. Im Pontifikat von Papst Benedikt XVI. gab es geheime (!!!) Abstimmungen auf allen geistlichen Ebenen, ob der Zölibat abgeschafft werden soll. Eine deutliche Mehrheit war GEGEN die Abschaffung des Zölibates. Niemand hat einen Geistlichen bevormundet, wie er abstimmen soll. Das Ergebnis überraschte in seiner Eindeutigkeit sogar Papst Benedikt XVI. Es ist ein Märchen, dass es so viel sexuellen Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche gibt, weil Priester und Mönche nicht heiraten dürfen. Zahlen aus dem nicht-kirchlichen Bereich zeigen, dass die Zahl der sexuellen Missbrauchsfälle dort ähnlich hoch sind. Im säkularen Bereich sind es vorwiegend Familienangehörige und der Familie nahestehende Personen, die zu Tätern werden. Innerhalb der römisch-katholischen Kirche ist vollkommen tabuisiert, warum Angehörige von Opfern sexuell motivierter Gewalt, die von Geistlichen ausging, nicht bereits seit Jahrzehnten Strafanzeigen bei den Polizeidienststellen und bei den Staatsanwaltschaften erstattet haben. Wo sind denn die angeblich so mündigen Nicht-Geistlichen in der römisch-katholischen Kirche gewesen in den vergangenen 70 Jahren, wenn es darum gegangen wäre, für sexuell missbrauchte und geschlagene Kinder und Jugendliche einzustehen? Wo waren und wo sind die Mütter der Opfer sexuell motivierter Gewalt, die innerhalb der Kirche von Geistlichen ausgeübt wurde?

Damit ist die 3. Forderung von "Maria 2.0" angesprochen. Eine vollständige Aufklärung aller Fälle sexuellen Missbrauchs in der Kirche will "Maria 2.0". Eigentlich müssten diese Frauen gegen sich selbst demonstrieren. Sie selbst haben über Jahrzehnte geschwiegen. Fast bekommt man den Eindruck, dass das Verhalten der Frauen in der römisch-katholischen Kirche bezüglich sexuellem Missbrauches von Kindern und Jugendlichen dem Verhalten der Nationalsozialistinnen und Nationalsozialisten nach 1945 in Bezug auf die Vernichtung von Jüdinnen und Juden während der NS-Zeit gleicht. Nach 1945 will niemand etwas gewusst haben von der Verfolgung der jüdischen Bevölkerung während der NS-Zeit und man hatte angeblich überhaupt keine Ahnung, dass es Konzentrationslager gab, in denen jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger umgebracht wurden. Sechs Millionen Menschen jüdischen Glaubens verschwanden zwischen 1933 und 1945 in Europa und Millionen Deutsche wollen nichts gewusst haben. Tausende Kinder und Jugendliche (einschließlich der Dunkelziffer) wurden und werden seit 1945 von Geistlichen beider Konfessionen übrigens durch sexuell motivierte Gewalt geschädigt und nur ein sehr kleiner Teil der Angehörigen und der anderen Kinder und Jugendlichen reagiert, protestiert und unternimmt etwas Substanzielles dagegen - und dies ist gleichbleibend so seit 70 Jahren. Sollte die 1968er Bewegung einen freieren Umgang mit der Sexualität gebracht haben und sollte dies zu mehr sexuell motivierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche geführt haben, wie es Papst em. Benedikt XVI. in einem Artikel für das "Klerusblatt" geschrieben hat, so hat es der Staat nach 1968 auch geschafft, die Fälle sexuell motivierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in den Schulen durch Lehrerinnen und Lehrer konsequent zu ahnden. Mir ist kein einziger Fall bekannt, bei dem die Schulleitung und das bayerische Kultusministerium nicht reagiert hätten, wenn es zu sexuell motivierter Gewalt im schulischen Bereich gekommen ist. Mir sind allerdings über zehn Fälle bekannt, in denen die evangelisch-lutherische Kirche in Bayern entweder gar nicht reagiert hat, wenn es zu sexuell motivierter Gewalt kam, oder in denen sie so reagiert hat, dass sie den Täter bzw. die Täterin nicht nur versetzt, sondern auch noch befördert hat, um zu suggerieren, der Täter bzw. die Täterin sei unschuldig. Ich kenne nur zwei Fälle, in denen es zu disziplinarischen Konsequenzen kam, in über zehn Fällen nicht. Zur Entlassung einschließlich des Verlustes aller Pensionsansprüche kam es in zwei Fällen mit Öffentlichkeitswirksamkeit nur, weil die Täter gleichzeitig an einer staatlichen Schule unterrichteten bzw. weil der Tatort in der Schule war. Wenn "Maria 2.0" am 11. Mai 2019 die Aufdeckung aller Fälle sexuellen Missbrauchs in der römisch-katholischen Kirche fordert, so fragt man sich, wie es den Aktivistinnen verborgen bleiben konnte, dass damit Papst Benedikt XVI. bereits im Jahr 2010 in Deutschland begonnen hat. Solch gravierende strafrechtlich relevante Taten kann man nur "step by step" bearbeiten. Zur Bearbeitung braucht man eine valide wissenschaftlich abgesicherte Grundlagenforschung. Daten zu erheben, zu bearbeiten und die richtigen Schlussfolgerungen daraus zu ziehen, braucht seine Zeit. Je professioneller bei der Ahndung sexuellen Missbrauchs vorgegangen wird, desto besser ist das Ergebnis für die Opfer.

Die Forderungen, die "Maria 2.0" aufstellt, sind nicht neu, sie sind nicht originell, sie stammen nicht originär von "Maria 2.0". Dennoch finde ich es prima, dass sich endlich Frauen in der römisch-katholischen Kirche auf den Weg machen, zu verstehen, was gerade an der Zeit ist und was gerade läuft.

Meiner Meinung nach lässt sich in der römisch-katholischen Kirche nur dann etwas verändern, wenn man es im Einklang mit der kirchlichen Hierarchie angeht. Ansonsten könnte man noch mehr Schaden anrichten wie der Schaden, der bisher schon erkennbar ist. Allen Frauen aus der römisch-katholischen Kirche sollte Mut zugesprochen werden, sich diesen Themen zu stellen und sich für diese Themen zu engagieren.

Die von mir projektierte "Eucharistische Ökumene" geht freilich über die Aktionsbewegung "Maria 2.0" weit hinaus. Der zentrale Punkt der "Eucharistischen Ökumene" zielt auf eine gemeinsame Eucharistiefeier katholischer, protestantischer, anglikanischer und orthodoxer Gläubigen und auf die Einheit aller christlichen Konfessionen durch das Zelebrieren und die Kommunion der heiligen Eucharistie unter Leitung des jeweils

Die Antwort im Sinne der "Eucharistischne Ökumene" auf "Maria 2.0" kann die Buchung der nächsten Reise nach Rom sein. Alle Wege führen nach Rom und die Zukunft der römisch-katholischen Kirche wird in Rom entschieden.

 

Elke Göß

 

Dieser Artikel erschien als Tweet auf www.twitter.com/eucharistiainfo  am 13. Mai 2019.

 

27. Mai 2019

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update: 29. September 2019

Installation: 10. Mai 2018

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