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Klug oder dumm? Langfristige Festvorbereitungen offenbaren den wahren Charakter von Christinnen und Christen

 

Der Bräutigam ist nach langem Warten endlich gekommen. Fünf junge Frauen haben sich richtig vorbereitet und haben genügend Öl mitgenommen. Fünf junge Frauen hatten sich verschätzt. Ihr Öl in den Lampen reichte nicht. Sie saßen im Dunkeln. So gehen sie, um nochmals Öl zu kaufen.

Der Bräutigam geht in den Hochzeitssaal und nimmt die fünf jungen Frauen mit ihren brennenden Lichtern mit. Die Tür geht zu und wird sogar verschlossen.

Als die fünf jungen Frauen, die Ölnachschub besorgt hatten, endlich auch beim Hochzeitssaal ankommen, wird ihnen die Tür zwar geöffnet. Der Bräutigam kommt sogar zur Türe und sagt: „Ich kenne Euch nicht!“.

Dieses Gleichnis, das Jesus Christus selbst erzählt hat,(1) verdeutlicht, dass es ein „zu spät“ gibt. Die Quintessenz ist sogar, dass der Bräutigam zu den fünf „törichten“ jungen Frauen, wie es im Bibeltext heißt, sagt, dass er sie nicht kennt. Das Gleichnis von den fünf klugen und den fünf törichten jungen Frauen verdeutlicht, es gibt ein zu spät und es kann sein, dass Jesus diejenigen nicht kennt, die nicht ausdauernd genug auf ihn gewartet haben.

Das Gleichnis im Matthäus-Evangelium entstammt der sogenannten Logienquelle, einer der ältesten Textsammlung, die in die Bibel aufgenommen wurden. In ihr befanden sich noch andere Gleichnisse, die alle eine Trennung zwischen Gut und Böse, zwischen tüchtig und untüchtig, zwischen richtig und falsch beinhalten. Von Jesus Christus selbst stammt wahrscheinlich das Wort, dass eine Rede „ja“ oder „nein“ sein soll. Alles andere sei schlecht.

Aus dem Text dieses Gleichnisses eine Frage der Werkgerechtigkeit herauszulesen, entspricht nicht der Botschaft dieses Bibelabschnittes. Ebenso ist es unbiblisch, eine „Allversöhnung“ anzunehmen. An keiner Stelle in der Bibel steht, dass alle Menschen, ob sie gläubig waren oder nicht, ob sie ihren Glauben in die Tat umgesetzt haben oder nicht, in das Reich Gottes aufgenommen werden. Im Gegenteil. Es wird eine Trennung zwischen Guten und Bösen geben, bevor Menschen ins Reich Gottes kommen werden. Es wird eine Trennung zwischen denjenigen geben, die nach ihrem Glauben gelebt haben und denjenigen, die sich darauf verlassen haben, dass es schon irgendwie gut gehen wird. Nur um „Liebe und Vertrauen“ geht es im Neuen Testament nicht. Das Wort „Vertrauen“ ist aus den Sozialwissenschaften entlehnt und eine etwa fünfzig Jahre alte Vorstellung, dass die soziale Bindekraft zwischen Menschen das Vertrauen ist. Doch wenn man andere Menschen liebt und ihnen vertraut, reicht dies nicht, um nach dem Willen Gottes zu leben. Es gibt keinen einzigen Bibeltext, der in diese Richtung geht.

Dass der Bräutigam ausbleibt und erst spät in der Nacht kommt, hängt damit zusammen, dass man zu Zeiten von Jesus Christus erwartet hat, dass das Reich Gottes sehr bald anbricht. Paulus, von dem die ältesten Texte in der Bibel erhalten sind, ging am Anfang seines Wirkens davon aus, dass der auferstandene Jesus Christus sogar noch zu seinen Lebzeiten wiederkommt. Das Wiederkommen von Jesus Christus nennt man Parusie. Wenn sich dieses Wiederkommen immer später ereignet, nennt man dies Parusieverzögerung.

Im Matthäus-Evangelium im 25. Kapitel geht es nicht um Allversöhnung, um Liebe und Vertrauen, dass man sich Gott so nähern soll, wie man eben ist, auch wenn man sich geistlich nicht genügend vorbereitet hat. Es geht darum, dass es ein „zu spät“ und ein „ich kenne Dich nicht“ geben wird zu Beginn des großen Festes im Reich Gottes. Genau darum geht es in der heutigen Textstelle, über die in der römisch-katholischen Kirche heute gepredigt wurde.

 

Elke Göß

 

(1) vgl. Matthäus-Evangelium Kapitel 25 Verse 1 bis 11

 

erschienen bei Lib & In am 12. November 2017

 

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update: 27. Mai 2019

Installation: 10. Mai 2018

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