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Gibt es durch die "Eucharistische Ökumene" ein Schisma?

 

Das Wort "Schisma" kommt ursprünglich aus dem Griechischen und bezeichnet eine "Trennung oder Spaltung".(1) Mit dieser ethymologischen Herleitung lässt sich die Frage "Gibt es durch die "Eucharistische Ökumene" ein Schisma?" leicht beantworten: Nein. Erweitert man die Begriffsbezeichnung auf die im Codex Juris Canonici gebräuchliche Interpretation, so ergibt sich für "Schisma" folgende Definition: "die Verweigerung der Unterordnung unter den Papst oder der Gemeinschaft mit den diesem untergebenen Gliedern der Kirche".(2) Gemäß dieser Definition ist das Konzept der "Eucharistischen Ökumene" anti-schismatisch. Die Anerkennung und somit die Unterordnung unter den Papst ist ein genuin integraler Bestandteil der "Eucharistischen Ökumene". Die "Eucharistische Ökumene" wurde erstmals am 14. Juni 2008 in Santa Maria di Leuca mit Papst Benedikt XVI. und Pfarrerin a.E. Elke Göß, die in der apostolischen Sukzession ordiniert ist, gefeiert. Obwohl Pfarrerin a.D. Elke Göß eine Frau ist, sind 1. ihre Ordination in der apostolischen Sukzession, 2. ihr zölibatäres Leben und 3. ihre christliche Verkündigung im Einklang mit den Anforderungen der Glaubenskongregation stärker als ihr geschlechtlicher Unterschied zu allen ihren männlichen Priesterkollegen der römisch-katholischen Kirche.(3) Somit befindet sich Pfarrerin a.D. Elke Göß in "der Gemeinschaft mit den diesem [dem Papst, Anm. EG] untergebenen Gliedern der Kirche"(4) Man könnte heute schon sagen, dass Pfarrerin a.D. Elke Göß quasi beiden christlichen Kirchen angehört. Sie hat allerdings weder in der evangelisch-lutherischen Kirche noch in der römisch-katholischen Kirche einen konkreten Dienstauftrag. Ohne einen Dienstauftrag darf man in der evangelisch-lutherischen Kirche kein Abendmahl einsetzen. In der römisch-katholischen Kirche dürfen Priester ohne Dienstauftrag die Messe mitzelebrieren.

Da die "Eucharistische Ökumene" das erste Mal und in den vergangenen neun Jahren oftmals während der Papstmessen mitgefeiert wurde, entsteht durch die ""Eucharistische Ökumene" auch keine Häresie.(5) Andernfalls wäre sicherlich ein Bischof oder ein Kardinal der römisch-katholischen Kirche beauftragt worden, die neue Lehre von der "Eucharistischen Ökumene" zu unterbinden. Es gibt keine einzige gegenteilige Äußerung eines leitenden Geistlichen der römisch-katholischen Kirche oder auch nur eines Priesters gegen die von Pfarrerin a.D. Elke Göß konzipierte "Eucharistische Ökumene", die auf eine grundsätzliche Infragestellung der "Eucharistischen Ökumene" zielt. Über deren Umsetzung und deren kircheninterne sowie ökumenische Folgen gibt es allerdings bisher unterschiedliche Meinungen.

Von einer Kirchenspaltung kann in keinem Fall die Rede sein. Diese würde voraussetzen, dass der Lehre von der "Eucharistischen Ökumene" eine eigene institutionelle Ausgestaltung folgen würde und dass es eventuell zu einer separaten Kirchenverfassung kommen würde. Davon kann im jetzigen Stadium der "Eucharistischen Ökumene" keine Rede sein. Es ist auch nichts dergleichen geplant. Weder wird es eigene Institutionen noch eine eigene Kirchenverfassung auf der Grundlage der "Eucharistischen Ökumene" geben. Genau das Gegenteil ist anvisiert. Vertreterinnen und Vertreter der "Eucharistischen Ökumene" sind gewillt, sich voll und ganz in die römisch-katholische Kirche zu integrieren. Wenn es eines Tages zur theologischen Ausbildung von Frauen zum Priesteramt kommen wird, so werden diese Ausbildungsgänge parallel zur Priesterausbildung von Männern ausgestaltet werden. Die Ausbildungsgänge von Männern und von Frauen zu Priestern und zu Priesterinnen könnten analog zu den Orden für Mönche und den Orden für Nonnen ausgestaltet werden. Es ist zu überlegen, ob man eine zeitgemäßere Ausbildungsform wählt. Dann würde das koedukative Modell in der Ausbildung von Priesterinnen und Priestern angewendet werden. Da bisher davon auszugehen ist, dass die Leitung der römisch-katholischen Kirche, also der Papst und das Kardinalskollegium, weiterhin das Zölibat befürworten, würden lediglich bestimmte Ausbildungseinheiten getrennt stattfinden. Die Unterbringung von Kandidatinnen und Kandidaten für das Priesteramt wäre in getrennten Räumen und wahrscheinlich in getrennten Häusern.

Eventuell könnte es sein, dass es eines Tages notwendig werden könnte, eine eigene Position innerhalb der römisch-katholischen Kirche zu beziehen. Diese würde dem Status entsprechen, den das Opus Dei(6) oder der Jesuitenorden gegenüber dem Papst haben. Beide Vereinigungen sind direkt dem Papst unterstellt. Über die Anerkennung des Papstes aus evangelisch-lutherischer Sicht wird es zukünftig Veröffentlichungen geben. Das Konzept ist bereits ausgearbeitet und in den vergangenen neun Jahren durch Pfarrerin a.D. Elke Göß erprobt worden.

Es könnte sein, dass sich gewisse Personen, sicherlich überwiegend Laien, innerhalb der römisch-katholischen Kirche nicht mit dem Konzept der "Eucharistischen Ökumene" einverstanden erklären. Vor allem das zugrunde liegende Frauenbild könnte dafür Anlass sein. In solchen Fällen könnte eine Kritik bis zu einer grundsätzlichen Infragestellung der "Eucharistischen Ökumene" gehen. Mögliche Gegnerinnen und Gegner der "Eucharistischen Ökumene" sollten bedenken, dass es von beiden Päpsten, Papst Benedikt XVI. und Papst Franziskus, keine grundsätzlichen Einwände gegen die "Eucharistische Ökumene" gibt.

 

Elke Göß

 

(1) vgl. Schisma, https://de.wikipedia.org/wiki/Schisma,19.11.2017

(2) vgl. Schisma, https://de.wikipedia.org/wiki/Schisma,19.11.2017

(3) vgl. Göß Elke (2013): Die eucharistische Ökumene mit in der apostolischen Sukzession ordinierten, zölibatär lebenden evangelischen Theologinnen ist durch Papst Benedikt XVI. vollzogen – ein persönliches Bekenntnis zum bayerischen Papst von einer lutherischen Pfarrerin, 24. Februar 2013, update: 17. September 2014

(4) vgl. Schisma, https://de.wikipedia.org/wiki/Schisma,19.11.2017

(5) vgl. Schisma, https://de.wikipedia.org/wiki/Schisma,19.11.2017

(6) vgl. Göß Elke (i.E.): Die Wegmarkierungen des Opus Dei in der katholischen Kirche und staatliche Grenzmarkierungen, Liberale Gesellschaftsanalyse, Band 7

 

erschienen bei LIb & In in Rom, 19. November 2017

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update: 21. November 2019

Installation: 10. Mai 2018

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