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Forschungsdefizit: Sexueller Missbrauch in sozialwissenschaftlicher Perspektive

 

Der sexuelle Missbrauch vor allem in römisch-katholischen Kirchengemeinden, Schulen, Internaten und Chören wird in Deutschland seit dem Jahr 2010 thematisiert. Diese Aufarbeitung ist dringend geboten und notwendig. Dennoch geraten damit andere Formen des sexuellen Missbrauchs sowohl für staatliche, gemeinnützige wie auch für kirchliche Stellen aus dem Blickfeld. Zur Erfassung eines sexuellen Missbrauchs müßte die ganze Bandbreite sexuellen Missbrauchs wissenschaftlich erforscht werden. Diese Forschungen gibt es bis heute in Deutschland nicht.

Sexueller Missbrauch kann nach folgenden fünfzig Kriterien sozialwissenschaftlich untersucht und analysiert werden:

1. In welchem Lebensalter wurde der sexuelle Missbrauch ausgeübt?

2. Welche Person hat den sexuellen Missbrauch begangen?

3. Wie nahe standen sich Opfer und Täter bzw. Täterin? In welcher Beziehung standen sie zueinander vor und nach dem sexuellen Missbrauch?

4. Wie viele Personen waren an dem sexuellen Missbrauch beteiligt?

5. Wurde der sexuelle Missbrauch an einem weiblichen oder an einem männlichen Opfer begangen?

6. War das Opfer ein Behinderter bzw. eine Behinderte?

7. Wo wurde der sexuelle Missbrauch begangen?

8. Wußte das Opfer, dass andere ebenfalls betroffen sind?

9. Wie lange hat der sexuelle Missbrauch angedauert?

10. Hat sich der Täter oder die Täterin für den sexuellen Missbrauch stimulieren lassen?

11. Wodurch hat sich der Täter oder die Täterin gegebenenfalls für den sexuellen Missbrauch stimulieren lassen?

12. War der sexuelle Missbrauch mit körperlicher Gewalt verbunden?

13. Haben sich Opfer und Täter bzw. Täterin später noch gesehen?

14. Gab es einen Zeugen oder eine Zeugin?

15. Wurde der sexuelle Missbrauch dokumentiert?

16. Von wem wurde der sexuelle Missbrauch dokumentiert?

17. Wie lange kann man aufgrund der Dokumentation den sexuellen Missbrauch beweisen?

18. Hat sich das Opfer vor, während und/oder nach dem sexuellen Missbrauchs gewehrt?

19. Wie hat sich das Opfer vor, während und/oder nach dem sexuellen Missbrauchs gewehrt?

20. Wie schnell nach der Tat konnte das Opfer über den sexuellen Missbrauch sprechen?

21. Hat man dem Opfer den sexuellen Missbrauch geglaubt?

22. Kam es zu Konsequenzen für den Täter bzw. die Täterin nach dem sexuellen Missbrauch?

23. Zu welchen Konsequenzen kam es für den Täter bzw. die Täterin nach dem sexuellen Missbrauch?

24. Hat der Täter bzw. die Täterin mit dem versuchten oder mit dem tatsächlich ausführten sexuellen Missbrauch geprahlt?

25. Kannte das Umfeld des Opfers den Täter bzw. die Täterin?

26. Konnte das Opfer oder sein Umfeld einen weiteren Kontakt des Opfers mit dem Täter oder der Täterin kurz nach der Tat verhindern?

27. Wie hat das Opfer nach dem sexuellen Missbrauch sein Leben verändert?

28. Welche physischen oder psychischen Folgen hatte der sexuelle Missbrauch für das Opfer?

29. Ist das Opfer traumatisiert?

30. Wie stark ist das Opfer traumatisiert?

31. Hat das Opfer nach dem Missbrauch Depressionen entwickelt?

32. Wie war die Einstellung des Opfers zur Sexualität vor und nach dem sexuellen Missbrauch?

33. Führte der sexuelle Missbrauch zu einer Veränderung der schulischen, universitären oder beruflichen Laufbahn des Opfers?

34. Hat der Täter oder die Täterin versucht, aus dem sexuellen Missbrauch schulische, universitäre oder berufliche Vorteile zu erlangen?

35. Hat das Opfer versucht, schulische, universitäre oder berufliche Vorteile durch einen sexuellen Missbrauch zu bekommen?

36. Hat der Täter oder die Täterin versucht, durch den sexuellen Missbrauch in ein rechtsstaatliches Verfahren zu Ungunsten des Opfers einzugreifen?

37. Hat der Täter oder die Täterin versucht, durch den sexuellen Missbrauch die Rechte seines Opfers zu zerstören?

38. Welche Konsequenzen hatte der sexuelle Missbrauch auf die Privatsphäre des Opfers?

39. Wie viele Personen aus dem Umfeld des Täters bzw. der Täterin wußten davon, dass der Täter oder die Täterin sexuellen Missbrauch begeht?

40. Hatte der Täter oder die Täterin Kontakt zu anderen Tätern oder Täterinnen, die ebenfalls sexuellen Missbrauch begangen haben?

41. Gibt es eine lokale Tradition für sexuellen Missbrauch?

42. Führte der sexuelle Missbrauch dazu, dass sich das Opfer anschließend oder später prostituiert hat?

43. War das Opfer eventuell früher bereits Opfer eines versuchten oder eines tatsächlich ausgeführten sexuellen Missbrauchs gewesen?

44. Wie oft war das Opfer bereits früher Opfer eines versuchten oder eines tatsächlich ausgeführten sexuellen Missbrauchs gewesen?

45. Konnte sich das Opfer vor oder während des sexuellen Missbrauchs entziehen?

46. Entwickelte das Opfer bereits während des sexuellen Missbrauchs eine Strategie, um damit umzugehen?

47. Welches Vorwissen hatte das Opfer über sexuellen Missbrauch?

48. Mit welcher Strafe würde das Opfer selbst den Täter oder die Täterin belasten?

49. Welche Genugtuung würde das Opfer als gerecht und angemessen empfinden?

50. Was wünscht sich das Opfer für seine sexuelle Zukunft?

 

Elke Göß

 

erschienen bei Lib & In am 13. Februar 2017

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update: 29. September 2019

Installation: 10. Mai 2018

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