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Niemals wird die Zustimmung zum Frauenpriestertum von Joachim Kardinal Meisner vergehen. Markus Lanz stellt in seiner Sendung "Niemals geht man so ganz" den verstorbenen Kölner Erzbischof falsch dar

 

Joachim Kardinal Meisner war nicht grundsätzlich gegen Frauen im Priesteramt. In der Sendung "Niemals geht man so ganz" mit Markus Lanz am 28. Dezember 2017 im ZDF wurde behauptet, der am 5. Juli 2017 verstorbene Kölner Erzbischof sei ein Gegner des Frauenpriestertums in der römisch-katholischen Kirche gewesen. So pauschal und banal kann man die Haltung von Joachim Kardinal Meisner nicht formulieren. Es ist höchst fragwürdig, wenn das ZDF vor allem in den Sendungen mit Markus Lanz ausschließlich Gegner des Frauenpriestertums einladen läßt und nur ihnen ein Forum bietet, sich zu diesem Thema zu äußern. Sei es der Rom-Journalist Andreas Englisch, sei es der 2017 verstorbene Heiner Geißler oder andere. Markus Lanz läßt zu diesem Thema nur sehr unzureichend recherchieren und man gewinnt den Eindruck, dass er lediglich seine Privatmeinung vertreten läßt und gelten läßt.

Die Diskussion um das Frauenpriestertum in der römisch-katholischen Kirche ist wesentlich diffizieler. Nur diejenigen, die sich gegen alle anderen Argumente abschotten, argumentieren so pauschal und platt: Es hat noch nie Frauen als Priesterinnen gegeben. Jesus hatte nur Jünger. Es wird keine Änderung zu diesem Thema geben. Zwar sind die Zeiten von Kinder, Küche, Kirche vorbei. Für die römisch-katholische Kirche würde man aber gerne bei diesem Slogan bleiben. Anstatt sich der Mühe zu unterziehen, herauszubekommen, ob Joachim Kardinal Meisner diese Haltung wirklich geteilt hat, postuliert man diese Meinung, weil der Kölner Erzbischof als einer der konservativsten Kardinäle innerhalb der römisch-katholischen Kirche in Deutschland galt. Man tut dem Verstorbenen damit Unrecht und man verleumdet ihn damit.

1. Es gibt in den vergangenen neun Jahren seit 2008 keine Äußerung von Joachim Kardinal Meisner gegen Frauen im Priestertum der römisch-katholischen Kirche. Das ist ein Faktum und wäre jeder Recherche wert.

2. Joachim Kardinal Meisner hat, kurz nachdem er von Berlin nach Köln wechselte, den Mädchenchor am Kölner Dom gegründet und ihn Zeit seines Lebens unterstützt. Im Gegensatz zu den Regensburger Domspatzen gibt es beim Mädchenchor am Kölner Dom keinen sexuellen Missbrauch.

3. Joachim Kardinal Meisner war ein enger Freund von Papst em. Benedikt XVI. Er hat sein Pontifikat stark unterstützt. Papst Benedikt XVI. hat die von Elke Göß projektierte "Eucharistische Ökumene" befürwortet und ist bei dieser Haltung bis heute geblieben. In seinem Pontifikat gab es zahlreiche Vorbereitungen, weltweit die Eucharestie in diesem Sinne zu feiern. Papst Benedikt XVI. hat eingeführt, dass alle zukünftigen Bischöfe zustimmen müssen, dass sie Frauen im Priesteramt befürworten, sonst würden sie nicht zu Bischöfen ernannt. Es gab eine Abstimmung im Kardinalskollegium dazu. Die internationale Bischofskonferenz hat sich mehrere Wochen mit diesem Thema beschäftigt. Die Vorbereitungen für die "Eucharistische Ökumene" waren allen Kardinälen und allen Bischöfen weltweit bekannt. Es gab speziell ausgewählte Geistliche, die die "Eucharistische Ökumene" gegenüber der Presse vertreten hätten sollen. Diese Neuerung, die Papst Benedikt XVI. eingeführt hätte, wurde von seinem Freund Joachim Kardinal Meisner unterstützt.

4. Im Gegensatz zu Papst Benedikt XVI., der an die Existenz von Päpstin Johanna im 9. Jahrhundert glaubt, bestreitet Papst Franziskus den Wahrheitsgehalt dieser Geschichte. Papst Franziskus hat die Verpflichtung für alle zukünftigen Bischöfe, Frauen zu akzeptieren, wieder aufgehoben. In seiner Amtszeit tauchen nun wieder vermehrt Personen auf, die die Möglichkeit für römisch-katholische Frauen. Priesterinnen werden zu können, bestreiten. Gerade erst am Heiligen Abend ging die Meinung des US-Amerikaners Joseph William Kardinal Tobin durch die Presse, der sich eine Frau als Kardinälin vorstellen könne, jedoch keine Priesterinnen.(1) Mit seinem Wechsel als Erzbischof nach Newark wurde Joseph William Tobin am 19. November 2016 zum Kardinal kreiert. Nur ein Jahr nach seiner Erhebung zum Kardinal erhebt er nun seine Stimme und versucht, eine Richtung vorzubestimmen. Hätte sich Gerhard Ludwig Kardinal Müller, der ein Befürworter der "Eucharistischen Ökumene" ist, dies getraut, wäre er wahrscheinlich von Papst Franziskus disziplinarisch belangt worden. Diese Beispiele zeigen, dass es bei der Frage, ob Frauen Priesterinnen in der römisch-katholischen Kirche sein können, um die Gunst der Stunde geht. Die Richtung wechselt derzeit noch von Papst zu Papst. Merkwürdigerweise waren nach 2008 erzkonservative Kardinäle wie Joachim Kardinal Meisner(2) und der Opus Dei-Chef Javier Echevarría für Frauen im Priesteramt. Der als liberal geltende Reinhard Kardinal Marx war schon immer gegen Frauen im Priesteramt. Nun sind es die neuen Kardinäle, die in der Gunst des als Reformer geltenden Papstes Franziskus stehen, die gegen Frauen als Priesterinnen in der römisch-katholischen Kirche Bollwerke hochziehen.

5. Laien wie der Journalist Andreas Englisch oder der ehemalige Jesuit Heiner Geißler dürfen sich unbegrenzt in den Medien zum Thema des Frauenpriestertums äußern. Geistlichen ist dies nicht erlaubt. Zwar gab es im Pontifikat von Papst Benedikt XVI. auch einige bekannte Persönlichkeiten aus dem Umfeld des Papstes, die ihre Meinung zu diesem Thema kundtaten. Von hohen Geistlichen der römisch-katholischen Kirche war aber im Vorfeld der geplanten Feierlichkeiten nichts zu hören. Es kann sein, dass es Geistlichen erlaubt ist, sich kritisch oder verneinend zum Frauenpriestertum zu äußern, dass Geistliche, die das Frauenpriestertum befürworten, dies nicht öffentlich äußern dürfen. Dies bedeutet aber nicht, dass die Zahl der Befürworter kleiner wäre wie die Zahl der Gegner. Im Pontifikat von Papst Benedikt XVI. gab es jedenfalls eine deutliche Mehrheit für das Frauenpriestertum in der römisch-katholischen Kirche. Man sah die Chance, die Bedingungen und Regeln dafür selbst bestimmen und kontrollieren zu können. Theologische Sprache und kircheninterne Bürokratiesprache unterscheidet sich grundlegend von der Mediensprache. Theologische Laien argumentieren anders als theologische Profis.

6. Die "Eucharische Ökumene" ist der einzige Weg, wie Frauen in der römisch-katholischen Kirche Priesterinnen werden können, ohne dass es eines Jahrzehnte andauernden Weges bedürfte. Außer Elke Göß erfüllt niemand weltweit die Bedingungen dafür. Die "Eucharistische Ökumene" steht im vollen Einklang mit den Forderungen, die die römisch-katholische Kirche in der Ämterfrage postuliert hat. Wenn es nicht zur "Eucharistischen Ökumene" kommen sollte, wird die römisch-katholische Kirche sicherlich noch mindestens 20 Jahre und mehr benötigen, um diese Frage selbst zu klären und zu lösen. Verheiratete und nicht-verheiratete Frauen mit oder ohne Kinder als Laien in Spitzenpositionen in der römisch-katholischen Kirche zu befördern, wie es der dafür Beauftragte Reinhard Kardinal Marx vorhat, ist das Gegenmodell. Auch die Ansicht von Joseph Kardinal Tobin, dass verheiratete Frauen Kardinälinnen werden könnten, verkennt die geistlichen Gaben und Berufungen von Frauen für das Priesteramt. Joachim Kardinal Meisner hat den direkten Weg für geistliche Frauen ins Priesteramt befürwortet. Papst Benedikt XVI. hätte einen unsterblichen Platz in der Geschichte der römisch-katholischen Kirche bekommen. Der ehemalige Mainzer Bischof Karl Kardinal Lehmann ist kein Befürworter der "Eucharistischen Ökumene". Auf dem Katholikentag in Leipzig sagte Kardinal Lehmann, wenn es dazu kommen würde, dass Frauen Priesterinnen werden können, wäre dies die größte Veränderung in der Geschichte der römisch-katholischen Kirche seit deren Beginn vor 2000 Jahren. Sogar die Skeptiker und Gegner der "Eucharistischen Ökumene" erkannten deren epochale geschichtsverändernde Kraft an. Joachim Kardinal Meisner gehörte zu den Befürwortern der "Eucharistischen Ökumene" und damit zu den Befürwortern des Frauenpriestertums in der römisch-katholischen Kirche.

 

Elke Göß

 

(1) vgl. kim/KNA (2017) Kardinal Tobin: Frauen könnten Kardinäle werden, http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/kardinal-tobin-frauen-konnten-kardinale-werden,29.12.2017 

(2) vgl. Göß Elke (2017): Der Kölner Alt-Erzbischof Joachim Kardinal Meisner ist im Alter von 83 Jahren verstorben. Er war ein Befürworter der "Eucharistischen Ökumene", erschienen bei Lib & In am 16. Juli 2017

 

erschienen bei Lib & In am 29. Dezember 2017

 

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update: 11. September 2019

Installation: 10. Mai 2018

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