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Ein einziges Mal kann zu viel sein - Mythen über die Verbreitung von Aids und die gefährliche Realität

 

Einleitung

1. Gefährliche Alltagssituationen, um sich mit Aids zu infizieren

2. Aids ist eine Seuche

3. Aids ist in manchen Gegenden der Erde sehr verbreitet

4. Aids ist von Anfang an ansteckend

5. HIV und Aids

6. Der Verlauf von Aids ist unterschiedlich

7. Der Aidstest

8. Andere mit Aids anzustecken ist kriminell

9. Besonders gefährdete Personen

10. Wie kann man sich mit Aids anstecken?

Fazit

 

Einleitung

 

Aids ist als Krankheit seit fast 30 Jahren bekannt. Doch bis heute kursieren gefährliche Mythen darüber, wie sich Aids verbreitet und wie gefährlich leicht man sich anstecken kann. Zunächst wird an fünf Beispielen deutlich, dass sich die Gefahr, sich mit Aids anzustecken, nicht richtig im Bewusstsein der Bevölkerung verankert hat.

 

1. Gefährliche Alltagssituationen, um sich mit Aids zu infizieren

 

a) Sie wird am kommenden Sonntag 85 Jahre alt. Ihr Mann verstarb vor zwei Jahren und sie führten jahrzehntelang eine glückliche Ehe. Auf die Frage einer Fernsehreporterin, ob sie immer glücklich war, die Ehe, antwortete Nadja Tiller, da gab es schon den einen oder anderen, der ihrem Mann oder ihr gefallen hat. Sie hätte es auch nicht gut gefunden, wenn "ihr Walter", gemeint ist Walter Giller, keiner anderen Frau gefallen hätte. So konnte man vor der Entdeckung der Ansteckungsgefährlichkeit von Aids reden. Seit 30 Jahren müssen gerade auch zufällige, spontane Seitensprünge in einer Ehe als ein gefährliches Ansteckungsrisiko für den anderen Ehepartner gelten.

b) Besonders gefährlich ist es, wenn einer der beiden Ehepartner gelegentlich oder häufig zu Prostituierten geht, seien es männliche Prostituierte oder seien es weibliche Prostituierte. Wenn ein bekannter Fernsehmoderator finstere Geheimnisse hat, die er gerne auf der Reeperbahn auslebt und wenn er sich immer wieder diesen "Kick" holen muss, dann ist das Ansteckungsrisiko besonders hoch, für ihn, aber natürlich auch für seine Ehefrau, mit der er dann zuhause wieder Sex hat. Sollte der Fernsehmoderator dann noch bisexuell eingestellt sein und neben seiner Ehefrau gerne nach jungen Männern Ausschau halten, so stellt dies ein erhebliches Risiko für die jungen Männer dar, da sie vielleicht aufgrund der Berühmtheit des Fernsehmoderators annehmen, dass er ein prima Typ sei und alles in bester Ordnung sei. Ein junger Mann könnte fasziniert sein, dass ein Fernsehmoderator gerade ihn für sexuell attraktiv hält und er könnte sich bei seinem ersten Mal hinreißen lassen dazu, mit dem Fernsehmoderator Sex zu haben. Dass der Fernsehmoderator wenige Wochen vorher auf der Reeperbahn, einem stadtbekannten Hamburger Rotlicht-Milieu, unterwegs war, weiss der junge Mann nicht. Eine potenziell hoch gefährliche Situation, sich mit Aids anzustecken.

c) Seit wann sie in Deutschland lebt, ist unbekannt. Woher sie kommt, ist ebenfalls unbekannt. Sie ist klein, schmächtig, sehr mager, spricht ausreichend gut Deutsch und ist entweder als Asylantin oder als EU-Zuwandrerin nach Deutschland eingewandert. Das freie Leben hier fasziniert sie. Der Wohlstand hier betört sie. Sie ist in eher ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen und nun wohnt sie in einem Zimmer in einem Wohnheim und träumt davon, auch in einem Haus mit Mann und Kindern zu wohnen wie die Deutschen. Doch eines weiß sie, bisher arbeitslos, wird sie dies so schnell nicht erreichen, es sei denn, sie gewinnt einen Jackpot oder ihr begegnet der richtig reiche Mann, der sie dann verwöhnt und ihr ein Leben als Hausfrau und Mutter in Deutschland finanziert. Doch für eine Asylbewerberin oder eine aus der EU Zugewanderte, die in einem Wohnheim lebt, interessiert sich kein reicher Mann. Wo könnte man einem reichen Mann begegnen? Wie könnte man ihn "fesseln"? Wie kommt man am schnellsten selbst zu Geld? Mit einer Perücke und ein paar Tricks geht sie am Wochenende auf die Pirsch. Zunächst nur ab und zu, sie will keine Prostituierte sein. Doch sie wird immer unruhiger und unsteter. Eines Tages spricht sie jemand an, ob sie weiß, dass man sich sehr schnell Aids holen kann, wenn man der Prostitution nachgeht. Sie lässt sich testen und der Arzt sagt, das Ergebnis sei "positiv". Dies bedeutet, sie hat Aids. Aus Hass und Verzweiflung lädt sie sich an Weihnachten und zu Neujahr junge Männer aus der Umgebung ein. Sie hat sie immer verachtet, weil sie so tollpatschig und sexuell unbeholfen sind. Die jungen Männer sind fasziniert, was sie so alles bieten kann. Bisher konnte dies noch kein Mädchen. Sie spricht auch von Heirat und Familie. Das klingt doch gut. Sexuell hat sie was drauf und Familie will sie auch haben. Volltreffer. Sie schläft mit jedem Mann, den sie in der Diskothek, in der sie jedes Wochenende ist, trifft. Dann nimmt sie sich ein halbes Jahr später das Leben. Sie hatte Aids und hat alle jungen Männer aus der Umgebung, die sie in der Diskothek getroffen hat, angesteckt. Die jungen Männer haben keine Ahnung. Sie haben nun wieder Sex mit den jungen Frauen, die sie bisher auch kannten. Die Frau mit der Perücke, die im Wohnheim gewohnt hatte, ist verschwunden und in die Diskothek komm sie auch nicht mehr. Sie nehmen an, sie sei umgezogen oder in ihr Heimatland zurückgegangen.

d) Die jungen Männer sind ahnungslos. Vor allem aber sind sie falsch informiert. Vielleicht haben sie den Konfirmandenunterricht besucht, den ein älterer Gemeindemitarbeiter geleitet hat. Er hat in jahrelanger Kleinstarbeit die Pfarrer und Pfarrerinnen aus der Gemeinde "herausgebissen", sie immer wieder herabgesetzt, sie würden den Umgang mit den Kindern und Jugendlichen nicht richtig bewältigen. Eine Pfarrerin hatte sogar einen Holzpenis mit in den Konfirmandenunterricht gebracht, um den Jugendlichen, die fast noch Kinder sind, das Überstreifen eines Kondoms über einen Penis zu zeigen. Ein Holzpenis ist nicht gerade die einfühlsamste Art, Jugendliche mit der Sexualität vertraut zu machen. Doch wenigstens hatten sie da gelernt, wie schnell ein Kondom reißen kann. Doch nun haben Laien den Konfirmandenunterricht übernommen. Sie können das doch viel besser. Nun erfolgen zum Teil keinerlei Gespräche mehr darüber, wie man an eine Beziehung herangeht, ob man Sex vor der Ehe haben soll, ob man Sex ohne eine Beziehung haben soll usw. Besonders fortschrittlich erscheint ein alternder Gemeindemitarbeiter, der mit über 60 Jahren immer als Single gelebt hat. Er erzählt den jugendlichen Konfirmanden, er hat bezeichnenderweise nur Jungen in seiner Kleingruppe, dass Aids nur dann ansteckend ist, wenn es bereits ausgebrochen ist. Was für eine gute Nachricht! Wieso hat uns das vorher noch niemand gesagt! Die anderen wollten nur nicht, dass wir das mit dem Sex einmal ausprobieren. Aber bei jungen Leuten hat doch niemand Aids, da ist es ganz ungefährlich, mal Sex zu haben. Niemand hat den alternden Gemeindemitarbeiter zur Rechenschaft gezogen. Jahr und Jahr darf er seine falschen Informationen über die Gefährlichkeit der Ansteckung mit Aids weiterverbreiten. Niemand schreitet ein, niemand entfernt ihn aus dem Umkreis von völlig ahnungslosen, naiven Jugendlichen, die fast noch Kinder sind. 

e) Besonders gefährlich ist es, wenn geistliche Persönlichkeiten wie Priester, Nonnen oder Mönche mit ihrer sexuellen Verführbarkeit kokettieren. Da habe es ein Mädchen gegeben, das habe ihm gehörig den Kopf verdreht als er im Priesterseminar war. So gestand Papst Franziskus erst vor wenigen Wochen. Gerade Personen, die zölibatär leben, sind Menschen verstärkt ausgesetzt, die sie in Versuchung führen wollen, doch nur einmal gegen ihr Gelübde zu verstoßen und es mit dem Sex zu probieren. Aber bereits ein einziges Mal kann ausreichen, um Aids zu bekommen. Und es sind nicht alle Mädchen so unschuldig wie sie tun.

Ein einziges Mal kann zu viel sein. Viele falsche Informationen haben sich verbreitet über Aids. Die gefährliche Realität weiß man entweder nicht, man will sie nicht wissen, man verdrängt sie oder man verleugnet sie. Gerade für Kinder und Jugendliche, aber auch für weniger Gebildete, ist es äußerst schwierig, sich über die Ansteckungsgefahr mit Aids und über die Verbreitung von Aids zu informieren. Die "Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung" hätte die Aufgabe, dies zu tun. Doch besucht man deren Homepage, so muss man schon über ein Universitätsstudium verfügen, um den Ausführungen dort folgen zu können. Die "Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung" verfehlt ihr Ziel. Deutschlandweite Kampagnen gegen Aids hat es noch nie gegeben. In den Schulen werden Kinder und Jugendliche nur ungenügend oder gar nicht über HIV und Aids aufgeklärt. Stattdessen wird aber ein sexuell abwechslungsreiches Leben als hoch attraktiv und emotional sehr erstrebenwert dargestellt. Besonders hart wird mit der katholischen Kirche ins Gericht gegangen, die an der Unauflöslichkeit der Ehe festhält. Viel zu altmodisch und weltfremd sei dies, wird der katholischen Kirche vorgeworfen. In einer sich immer stärker globalisierenden Welt könnte eines solche Einstellung geradezu hochmodern und der Globalisierung angemessen sein.

 

2. Aids ist eine Seuche

 

Betrachtet man die Geschichte, so müsste man Aids in eine Reihe stellen mit der Pest, der Cholera und der Syphilis. Man braucht keine speziellen gesundheitlichen Vorerkrankungen, um Aids bekommen zu können. Man hat keine genetisch erbliche Vorbelastung. Jede und jeder auf der Welt kann Aids bekommen.

 

3. Aids ist in manchen Gegenden der Erde sehr verbreitet

 

In einigen Gegenden der Erde ist Aids sehr weit verbreitet. Vor allem der afrikanische Kontinent gehört dazu. Eine Ursache, weshalb sich Aids dort so verbreitet hat, ist, dass es in manchen abgelegenen Gegenden kaum Kondome gibt. Eine andere Ursache ist, dass manche Stammesfürsten die Gefährlichkeit der Verbreitung von Aids nicht kennen oder unterschätzen. Eine andere Ursache ist, dass manche glauben, Aids sei heilbar, beispielsweise durch die traditionellen Wunderheiler. Dies ist aber eine falsche Annahme. Sehr weit verbreitet ist Aids auch in den Staaten des ehemaligen Ostblocks. Eine sehr laxe Sexualmoral hat dazu geführt, dass man nicht so spießig sein wollte wie "der Westen". Jeder Mensch ist gleich und somit kann man auch mit jedem Menschen Sex haben. Dies ist zwar eine sehr grobe Vereinfachung. Doch die Standes- und Herkunftsschranken galten im ehemaligen Ostblock nichts. In manchen Staaten war Prostitution nicht gern gesehen. In anderen Staaten, beispielsweise in Tschechien, wird Prostitution als ein alltägliches Geschäft hingenommen und sogar gefördert. In diesen Gebieten ist die Ansteckungsgefahr sehr hoch. Auch in Gegenden, in denen Drogen offen komsumiert werden dürfen, ist die Ansteckungsgefahr für Aids höher als in anderen Gegenden. Durch die Europäisierung und Globalisierung kommen immer mehr Menschen aus anderen Staaten nach Deutschland. Oftmals ist nicht bekannt, wie sie bisher gelebt haben. Die Unkenntnis darüber, woher ein Mensch kommt, was er bisher getan hat, welche Einstellung er oder sie zur Familie und zur Sexualität hat, ist verantwortlich dafür, dass man die Gefahren von Aids unterschätzt.

 

4. Aids ist von Anfang an ansteckend

 

Korrekterweise muss man von HIV und von Aids sprechen. HIV meint, dass es einen Virus gibt, der sich verbreitet. Man kann durch einen anderen Virus beispielsweise Grippe bekommen. Viren sind ständig in der Luft und in unserem Körper. Manche verursachen schreckliche Krankheiten. Medizinerinnen und Mediziner kennen diese Viren genau und wissen, wie sie sich verbreiten und was man gegen sie tun kann. HIV ist ein Virus, der von Anfang an ansteckend ist. Das bedeutet, man kann sich mit HIV anstecken, auch wenn jemand, der das Virus hat, noch gar nicht krank ist, wenn man es weder sieht noch bemerkt, dass er HIV im Körper hat. Es ist also völlig falsch, dass man Aids erst bekommt, wenn es ausgebrochen ist. Sehr vereinfacht gesagt: Aids ist immer dann ansteckend, wenn es der andere oder die andere hat. Es ist egal, ob der andere oder die andere schon merkt, dass er oder sie krank ist.

 

5. HIV und Aids

 

Es verändert sich nichts, ob man von HIV oder von Aids spricht. Das Virus bleibt immer gleich. Wenn man sich angesteckt hat, hat man das Virus, das HIV heißt, im Körper. Es kann manchmal jahrelang keine Beschwerden verursachen, so dass man über eine sehr lange Zeit meinen kann, man sei gesund, wenn man nicht einen "Aidstest" macht. Irgendwann einmal, das kann sehr bald, das kann sehr spät sein, wird aus irgendeinem Grund das Immunsystem schwach. Es kann sein, dass das Immunsystem schwach wird, weil man eine andere schwere Krankheit hat. Es kann sein, dass das Immunsystem schwach wird, weil man raucht und trinkt. Es kann sein, dass das Immunsystem schwach wird, weil man eine starke Allergie hat usw. Immer, wenn der Körper gegen eine Krankheit ankämpfen muss, braucht er das Immunsystem. Wenn das Immunsystem überlastet ist, wird man weniger schnell wieder gesund. Dann kann es sein, dass Aids ausbricht. Das bedeutet, dass der Virus, den man bisher im Körper getragen hat, nun Schaden anrichten kann im Körper. Es ist aber genau das gleiche Virus und es ist genau in der gleichen Konzentration im Körper wie vorher. Man kann sich das wie bei einer belagerten Festung vorstellen. Der Körper ist die Burg, die Festung. Sie wird belagert von HIV. Wenn nun die Nahrungsmittel in der Festung ausgehen, wenn es in der Festung einen Aufstand gibt, wenn jemand die Burgmauern und Burgtore nicht richtig bewacht, dann greift das HIV an und erobert die Festung. Und von da ab richtet es nur noch Schaden in der Festung an.

 

6. Der Verlauf von Aids ist unterschiedlich

 

Sogar wenn Aids ausgebrochen ist, kann es sein, dass man nur wenig davon bemerkt. Manche Menschen müssen jahrelang mit Aids leben und magern immer mehr ab. Bei anderen Menschen geht es ganz schnell. Es gibt Fälle, in denen ein Mann nur eine Woche sehr schwer krank war und dann gestorben ist. Er ist plötzlich entkräftet zusammengebrochen, wurde ins Krankenhaus gebracht, hat dort Infusionen bekommen und hat dann genau noch eine Woche gelebt, bevor er gestorben ist. Er hatte nur in der Zeit im Krankenhaus Schmerzen. Andere Aids-Patienten müssen mit Zahnausfall, Haarausfall, Abmagerung, allgemeiner Schwäche und anderen Krankheitssymptomen kämpfen. Die Medizin kann nur helfen, dass diese Beschwerden nicht so schmerzen. Sie kann Aids nicht heilen. Wenn man sich einmal mit HIV bzw. Aids angesteckt hat, ist dies ein sicherer Weg direkt hin zum Tod. Bislang gibt es nur ein Beispiel aus den USA, wo dies nicht so war. Ein neugeborenes Baby hatte sich bei seiner Mutter mit Aids infiziert. Das kann sehr leicht bei der Geburt passieren. Die US-amerikanischen Ärzte behandelten das Neugeborene sofort mit sehr starken Aids-Medikamenten. Es ist ein Wunder, dass das Baby diese starken Medikamente vertragen hat. Durch Blutuntersuchungen kommen sie feststellen, dass das Baby nach kurzer Zeit schon kein HIV mehr in seinem Blut hatte. Auch bei einer weiteren Blutuntersuchung nach einigen Monaten konnte Aids nicht mehr festgestellt werden. Das Baby wird nun in Zukunft immer wieder untersucht werden. Bisher ist Aids aufgrund der starken Medikamente verschwunden. Es sieht so aus, als würde das Kind gesund sein und bleiben. Denn wenn Aids weg ist, ist es weg. Bei Erwachsenen ist es noch nicht möglich, Aids wieder verschwinden zu lassen. Man kann aber sehr lange mit Aids leben, wenn man sehr bald nach der Ansteckung Medikamente nimmt. Die medizinische Forschung vor allem in den USA ist hier schon sehr weit. Diese Medikamente muss man dann lebenslang nehmen. Aber es gibt auch Fälle, in denen Menschen zehn Jahre und mehr nach einer Ansteckung mit Aids immer noch leben. Die Medikamente werden im Lauf der Zeit ausgetauscht und wenn die Krankheit ausbricht, dann ist das Lebensende nicht mehr fern. Es ist aber heutzutage durchaus schon möglich, dass man Jahre lang mit Aids leben kann, wenn man auf seine Gesundheit achtet und die Aids-Medikamente nimmt. Dafür muss man aber natürlich wissen, dass man Aids hat.   

 

7. Der Aidstest

 

Ein Aidstest geht ganz schnell. Es wird Blut abgenommen. Die Ampulle wird in ein spezielles Labor geschickt. Nach etwa einer Woche bekommt man das Ergebnis. Wenn es heißt, das Ergebnis ist "negativ", dann heißt das, man hat kein Aids. Wenn es heißen sollte, das Ergebnis ist "positiv", dann hat man sofort ein Problem. Wenn das Ergebnis "positiv" ist, dann spricht man auch von HIV positiv und das bedeutet, wenn das Virus HIV die Krankheit zum Ausbruch bringt, dann hat man Aids.

Für die meisten Menschen ist ein Aidstest kein Problem, denn sie sind nicht infiziert, sie tragen also das HIV nicht in ihrem Körper. Ein Problem wird es dann, wenn man vermutet, dass man HIV haben könnte. Bisher kann man erst rund einen Monat, nachdem man sich angesteckt haben könnte, in einem Aidstest das HIV sicher nachweisen. Wenn man also meint, man habe sich angesteckt, muss man einen Monat warten, bis man den Test macht. Am besten man macht ihn dann gleich noch einmal einige Wochen später. Am spannendsten ist selbstverständlich die Zeit zwischen der Blutabnahme beim Arzt und dem Zeitpunkt, wenn man das Ergebnis bekommt. Wenn man den Aidstest das erste Mal macht, kann dies die aufregendste Woche in einem Leben sein. In dieser Woche durchlebt man alle Gefühlsausbrüche, die man sich vorstellen kann. Blanke Angst treibt einen um. Eine solche Angst kannte man vorher gar nicht. Man ist so völlig unruhig und nervös, dass man kaum die Tage vergehen sieht. Man malt sich die schrecklichsten Vorstellungen aus, wie das Leben wird, sollte man Aids haben. Zunächst wird sich von dem Moment ab, ab dem man es weiß, und der allernächsten Zeit erst einmal gar nichts ändern, außer, dass für einen selbst die Welt zusammenbricht und man sich vor Augen führen muss, dass nun das eigene Leben endlich ist, definitiv endlich. Das war es vorher auch schon, aber man hatte immer geglaubt, man würde unendlich leben. Nach einem positiven Aidstest weiß man mit tödlicher Sicherheit, dass das Ende des eigenen Lebens absehbar ist. Man wird keine Kinder und Enkel aufwachsen sehen. Man wird wahrscheinlich keinen 90. Geburtstag feiern. Man wird vielleicht nicht in Rente gehen. Positiv formuliert: Man kann nun das eigene Leben ganz neu planen, denn man weiß, dass das Lebensende nicht in unendliche Ferne gerückt ist.

Da HIV bzw. Aids sehr ansteckend ist, wird der Test im Allgemeinen von den Ärzten anonym in das Labor eingeschickt. Man kann somit davon ausgehen, dass außer dem Arzt oder der Ärztin und vielleicht den Sprechstundenhilfen niemand von dem Ergebnis erfährt. Dennoch sollte man gleich nachdem man ein "positives" Ergebnis erhalten hat, sein Leben grundlegend ändern und vor allem andere Menschen nicht gefährden.

 

8. Andere mit Aids anzustecken ist kriminell

 

Noch vor einigen Jahren konnte man wegen Mordversuches angeklagt werden, wenn man wusste, dass man Aids hat und wenn man einen anderen Menschen bewusst angesteckt hat. Diese strafrechtliche Regelung wurde heruntergeschraubt. Nun kann man noch wegen Körperverletzung angeklagt und verurteilt werden.

 

9. Besonders gefährdete Personen

 

Besonders gefährdet sind Männer, die mit Männern Sex haben. Das können Schwule sein: Das kann aber auch nur ein Mann sein, der einmal Sex mit einem anderen Mann ausprobieren will. Besonders gefährdet sind Prostituierte, da sie nicht wissen, wer derjenige ist, mit dem sie Sex haben. Besonders gefährdet sind Drogenabhängige, die sich Drogen spritzen, vor allem, wenn sie eine Spritze benutzen, die vorher ein Aidsinfizierter benutzt hat. Also immer die eigene Spritze verwenden als Drogenabhängiger. Einem erhöhten Risiko sind Ärztinnen und Ärzte, Sprechstundenhilfen, Besatzungen von Notfallwagen und Polizistinnen und Polizisten ausgesetzt. Es besteht aber auch für Angehörige dieser sogenannten Risikogruppen eine Ansteckungsgefahr, vor allem dann, wenn nicht bekannt ist, dass jemand Aids hat.

 

10. Wie kann man sich mit Aids anstecken?

 

Die Ansteckung mit Aids ist nur durch direkten Kontakt mit Sperma, Scheidenflüssigkeit oder Blut möglich. Dies geschieht beim Sex, bei Bluttransfusionen, bei Blutabnahmen, bei Wundinfektionen und beim Spritzen von Drogen. Beim Sex mit einer Aids infizierten Person, sei es ein Mann oder eine Frau, wird Aids fast zu hundert Prozent immer übertragen, es sei denn, man benutzt ein Kondom. Sexpraktiken, die besonders hart und gewaltsam sind, können kleine Risse in der Scheide oder im After eines Mannes oder einer Frau verursachen und bieten damit eine Eintrittsstelle für das Aids-Virus. Ein Kondom kann ganz unbemerkt ein sehr kleines Loch haben oder beim Überziehen reißen oder beim Sex reißen. Dann ist die Gefahr Aids zu bekommen, ebenso groß wie wenn man ohne Kondom Sex haben würde. Bei Schwulen ist vor allem der Sexualverkehr über den After, also im Hinterteil, ein leichter und schneller Übertragungsweg. Auch Frauen, die mit schwulen Männern Sex haben oder die mit Männern Sex haben, die zu Prostituierten gehen, haben ein erhöhtes Risiko, ebenfalls Aids zu bekommen. Bei Bluttransfusionen ist die Gefahr, eine Ampulle mit einem aidsinfizierten Blut zu bekommen, inzwischen sehr gemindert, da jede Blutampulle darauf geprüft werden muss, ob sie das HIV enthält. Dennoch ist es vorgekommen, dass sich Menschen über eine Bluttransfusion mit Aids angesteckt haben. Sogar wenn man Blut abgenommen bekommt und die Sprechstundenhilfe oder die Ärztin oder der Arzt unsauber arbeitet, kann man sich mit Aids infizieren. Immer, wenn man mit dem Blut anderer Menschen in Kontakt kommt und selbst eine Wunde hat, besteht die Gefahr, dass über die Wunde das infizierte Blut des anderen in den eigenen Körper eindringt. Dafür reicht es, wenn die Wunde ganz klein ist, also wenn sie sogar nur ein Hautritzer ist.  

 

Fazit

 

Vor allem Kindern und Jugendlichen ist die Gefahr, wie man sich mit Aids anstecken kann, oftmals nicht bekannt. Auch unter Erwachsenen wird die Gefahr falsch eingeschätzt oder verharmlost. Andererseits besteht kein Grund zur Hysterie, denn wenn man richtig informiert ist, kann man sich entsprechend verhalten, so dass das Risiko, dass man sich selbst infiziert, relativ gering ist. Man sollte allerdings aufgeklärt sein, wie ansteckend Aids wirklich ist, damit man die Gefahr nicht unterschätzt. Leider wird hier sehr häufig eine veraltete Sexualmoral lächerlich gemacht und es wird die sexuelle Freizügigkeit propagiert wie in Zeiten, als Aids noch keine Gefahr war. Bereits ein leichtfertiges Reden über den Kick und die Faszination von Seitensprüngen sollte in Zeiten der weltweiten Verbreitung von Aids unterbleiben. Man kann die Welt in eine Zeitrechnung vor der Entdeckung von Aids und nach der Entdeckung von Aids unterteilen. Wechselnde Sexualpartnerinnen und Sexualpartner bergen bei jedem Wechsel neu die Gefahr einer Infizierung mit Aids. wenn man den Sexualpartner und die Sexualpartnerin nicht genau kennt und vor allem, wenn man nicht richtig und nicht umfassend über deren sexuelle Vorlieben informiert ist. Es ist besser, einmal zu viel nein gesagt zu haben, wie sich einmal infiziert zu haben. Aids ist von Anfang an ansteckend. Diese Information sollte vor allem für Kinder und Jugendliche zum selbstverständlichen Grundwissen gehören. Sexuelle Fantasien ungezügelt auszuleben, kann tödlich sein oder zu einem früheren Tod führen. Insofern ist das Sprechen über die eigene Sexualität mit dem Partner und der Partnerin und ein regelmäßiger Aidstest sowie ein treues Liebesleben der beste Garant dafür, nicht mit Aids infiziert zu sein.

 

Elke Göß

 

erschienen bei Lib & In am 13. März 2014

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update: 21. November 2019

Installation: 10. Mai 2018

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