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14. Erneuerung meines priesterlichen Versprechens am Gründonnerstag, 9. April 2020, online am Tag der Crisma Messe während der Corona-Pandemie

 

Am Gründonnerstag zelebriert der Papst die Crisma Messe im Petersdom. Ich habe seit 13. April 2006 daran teilgenommen. In der Crisma Messe erneuern alle römisch-katholischen Priester ihr Versprechen gegenüber dem Papst, ihrem Bischof und gegenüber der Kirche.

Am 5. April 2007 habe ich dieses Versprechen erstmals gegenüber Papst Benedikt XVI. im Petersdom abgegeben. Dieses Versprechen ist mir sehr wichtig. Bei Papst Benedikt XVI. hat man Gehorsam gegenüber dem Nachfolger Petri versprochen und man hat versprochen, dem Bösen zu widersagen. Dieser Moment der Erneuerung des Versprechens ist ein heiliger Akt.

Man erinnert sich an seine eigene Priesterweihe, in meinem Fall an meine Ordination, und man fühlt sich Gott und dem Papst ganz nahe. Die Erneuerung des priesterlichen Versprechens ist eine Du-Beziehung. Man erkennt dadurch den Papst als Oberhirten der Kirche wieder an, so wie man sich ihm in dem eigenen Ordinationsversprechen unterstellt hat.

Ich bin in der Apostolischen Sukzession ordiniert. Dies bedeutet, dass meine Ordination in der Nachfolge aller römisch-katholischen Geistlichen geschah und dass sie sich direkt auf die Beauftragung der Apostel zurückführen lässt. Ich habe das Versprechen, meine priesterliche Berufung im Angesicht des Papstes zu erneuern, immer mit großer innerer Anteilnahme und Freude abgegeben. Ich habe mich in der Gemeinschaft mit den anderen Priestern, Bischöfen und Kardinälen immer wohl und zuhause gefühlt. Sie waren sehr freundlich zu mir und ich bin ein Teil der weltweiten Priesterschaft. Dies bedeutet mir sehr viel. Ich bin nicht „nur“ Pfarrerin (ohne Dienstauftrag) der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern.

Ich war zweieinhalb Jahre als Vikarin und fünfeinhalb Jahre als Pfarrerin z.A. aktiv im Dienst der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern tätig. Insgesamt waren es acht Jahre. Mit den beiden Päpsten Benedikt XVI. und Franziskus und mit dem Vatikan beschäftige ich mich seit 19. April 2005, dem Tag der Wahl Joseph Kardinal Ratzingers zum Papst. Das sind in zehn Tagen 15 Jahre. Für die römisch-katholische Kirche interessiere ich mich intensiv seit 2004. Ich praktiziere das geistliche Leben einer römisch-katholischen Gläubigen seit 16 Jahren.

Meine Kirche, die evangelisch-lutherische Kirche in Bayern, hat mich oft verleumdet, verleugnet, vernachlässigt und mir geschadet. Eine geistliche Berufung zu haben und ihr folgen zu können, die mich direkt ins Zentrum der römisch-katholische Kirche geführt hat, ist mir ein inneres Anliegen und eine überaus große Freude. Viele Katholikinnen und Katholiken, einschließlich der beiden Päpste, realisieren manchmal gar nicht mehr, dass ich Mitglied der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern bin und nur dort Mitglied bin. In der römisch-katholischen Kirche bin ich wie ein assoziiertes Mitglied und habe bei manchen Themen ein Stimmrecht, dies bedeutet, ich werde nach meiner Meinung gefragt.

Ich will den Lehren der römisch-katholischen Kirche folgen und sie einhalten. Obwohl ich als Pfarrerin (mit oder ohne Dienstauftrag) der evangelisch-lutherischen Kirche heiraten hätte dürfen, bin ich ledig geblieben und lebe seit bald zwanzig Jahren Keuschheit. Ich bin nicht dazu verpflichtet und ein Mitarbeiter meiner Diözese hat mir vor einem Jahr gesagt, ich wüsste ja wohl, dass die römisch-katholische Kirche auch ehemalige, verheiratete Pfarrer als Priester hat. Ich weiss das.

In diesem Jahr entfällt die Crisma Messe wegen der Corona-Pandemie. Es gibt keine große Messe mit tausenden Priestern im Petersdom. Sie fehlt mir. Ich denke an alle meine Mitbrüder in der römisch-katholischen Kirche und an die beiden Päpste Franziskus und Papst em. Benedikt XVI. Mit ihnen bin ich aus der Ferne geistlich verbunden. In diesen Minuten würden im Petersdom tausende Priester ihr Ordinationsversprechen erneuern. Ich will dies an dieser Stelle tun. Dafür habe ich den Text der vergangenen drei Jahre aus den Crismen Messen zu meinem Versprechen umformuliert.

 

Geliebter Papst Franziskus, geliebter Papst em. Benedikt XVI.,

 

ich will an dem Jahrestag dieses Tages, an dem Christus, unser Herr, seinen Aposteln und uns sein Priestertum verlieh, die Versprechen, die ich einst gegeben habe, in Gegenwart meines Bischofs [in Regensburg] und des heiligen Volkes Gottes erneuern.

Ich will mich mehr mit dem Herrn Jesus vereinen und ihm enger entsprechen, mich selbst verleugnen und jene Versprechen der heiligen Pflichten gegenüber der Kirche Christi bestätigen, die ich, angeregt durch die Liebe zu ihm, am Tag meiner Ordination [d.h. Priesterweihe] bereitwillig und freudig zugesagt habe.

Ich will ein treuer Verwalter der Dienste Gottes in der Heiligen Eucharistie und den anderen liturgischen Riten sein und das heilige Amt der Lehre treu erfüllen, indem ich Christus, dem Haupt und Hirten, folge und keinen Gewinn suche, sondern nur von Eifer für die Seelen bewegt werde.

Ja, mit Gottes Hilfe.

 

Elke Göß

 

Regensburg, 9. April 2020

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update: 13. September 2020

Installation: 10. Mai 2018

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