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"Ordinatio Sacerdotalis" und die Fehlinterpretation von Erzbischof Luis Ladaria, das Apostolische Schreiben von Papst Johannes Paul II. sei unfehlbar

 

Einleitung

1. "Ordinatio Sacerdotalis" ist kein Schreiben, das unter die Unfehlbarkeit der Päpste fällt

2. Zeitliche Kongruenz von "Ordinatio Sacerdotalis" und Ordination von Pfarrerin z.A. Elke Göß

3. Die Haltung der drei Vorgänger von Erzbischof Ladaria zur Zukunftsmöglichkeit eines Frauenpriestertums

4. Bischofssynoden und das Kardinalskollegium berieten 2009 über das Frauenpriestertum in der römisch-katholischen Kirche

5. Versprechen der Bischöfe, sich nicht gegen ein Frauenpriestertum auszusprechen und dieser Zukunftsmöglichkeit nicht entgegen zu wirken

6. Konklave 2013 und die erste Frau, die offiziell "papabile" ist

7. Signale des Konsistoriums am 29. Juni 2018

 Fazit

 

Einleitung

 

Am 22. Mai 1994, Pfingstsonntag, hat Papst Johannes Paul II. einen Brief verfasst, indem er sich über die Berufung von Frauen zum Priesteramt äußert. Dieses Apostolische Schreiben trägt die Überschrift "Ordinatio Sacerdotalis"(1). Nun befeuert der derzeitige Präfekt der Glaubenskongregation Erzbischof Luis Francisco Ladaria Ferrer in einem Artikel im "L' Osservatore Romano" die These, dass es niemals Frauen im Priesteramt der römisch-katholischen Kirche geben wird. Dies hätte Papst Johannes Paul II. unfehlbar für alle Zeiten am 22. Mai 1994 festgelegt.(2) Vatican News, deren Interimsleiter der Argentinier Monsignore Lucio Adrian Ruiz ist(3), war bisher schon und ist auch zukünftig nicht für einen modernen, sachlich adäquaten Journalismus bekannt. Unrecherchiert und unhinterfragt, wird der Artikel von Erzbischof Ladaria aufgebauscht. Erzbischof Ladaria wagt sich zehn Tage, nachdem Papst Franziskus seine Kreiiung zum Kardinal für Peter und Paul, 29. Juni 2018, angekündigt hat, weit nach vorne. Noch ist er nicht Kardinal. Es stellt sich die Frage, ob er den nötigen Gehorsam gegenüber Papst Benedikt XVI. aufbringt, da er sowohl als Bischof wie als Kardinal jedem der Päpste Gehorsam zu leisten hat.

 

1. "Ordinatio Sacerdotalis" ist kein Schreiben, das unter die Unfehlbarkeit der Päpste fällt

 

Richtig ist, dass ein "Apostolisches Schreiben" eben kein unfehlbares Schreiben eines Papstes ist. Nur ex cathedra-Entscheidungen haben den Status, unfehlbar zu sein. Dies wurde in der dogmatischen Konstitution "Pastor Aeternus" am 18. Juli 1870 von Papst Pius IX. verkündet.(4) Für Predigten und Apostolische Schreiben gilt die in der dogmatischen Konstitution festgelegte Unfehlbarkeit nicht.(5) Bisher hat sich nur ein einziger Papst auf die Unfehlbarkeit berufen. Am 1. November 1950 verkündete Papst Pius XII. das Dogma der "Leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel" (Munificentissimus Deus).(6) Bereits durch einen Wikipedia-Artikel, der freilich fehlbar sein kann, kann solches Wissen erlangt werden.(7) Mit dieser gattungsgemäßen Zuordnung(8) muss man nicht bis in Detail in die semantische Analyse des Apostolischen Schreibens "Ordinatio Sacerdotalis" einsteigen.(9) Für die von Papst Johannes Paul II. zitierten Apostolischen Schreiben seines Vorvorgängers Papst Paul VI. zu diesem Thema gilt Gleiches.(10)

 

2. Zeitliche Kongruenz von "Ordinatio Sacerdotalis" und Ordination von Pfarrerin z.A. Elke Göß

 

Kirchengeschichtlich interessant ist, dass Papst Johannes Paul II. das Apostolische Schreiben "Ordinatio Sacerdotalis" am 22. Mai 1994 verfasste. Es ist unbekannt, ob Papst Johannes Paul II. wissen konnte, dass mit Elke Göß eine Pfarrerin der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern am 1. Juli 1994 ihren Vorbereitungsdienst für die Verbeamtung in der oberfränkischen Kirchengemeinde Stammbach antreten würde und dass Elke Göß bereits im Dezember 1982 als 19-jähriges Kirchenvorstandsmitglied in einem Referat vor dem Kirchenvorstand der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Gumbertus in Ansbach eine "theologische Präposition" vorgetragen hatte, wonach es aus evangelischer Sicht möglich wäre, dass eine in der Apostolischen Sukzession ordinierte, unverheiratete Pfarrerin einer evangelisch-lutherischen Kirche alle Bedingungen erfüllen könnte, um von der römisch-katholischen Kirche als katholische Priesterin anerkannt zu werden.

Welche Rolle der in Ansbach geborene und von Papst Benedikt XVI. am 20. November 2010 zum Kardinal kreiierte Walter Brandmüller in den vergangenen 24 Jahren spielte, ist nicht bekannt. Der ehemalige Protestant Walter Brandmüller(11) gilt als erzkonservativer Hardliner und enger Freund von Papst em. Benedikt. XVI. Am 26. Juli 1953 erhielt Walter Brandmüller die Priesterweihe im Bistum Bamberg. Bis heute unterhält er Verbindungen in seine Heimat nach Ansbach und bis vor Kurzem zu einem ehemaligen Kirchenvorstand von St. Gumbertus in Ansbach, der zeitgleich mit Elke Göß 1982 in diesem Gremium saß. Elke Göß gratulierte Walter Kardinal Brandmüller zu dessen Kardinalsernennung am 20. November 2010 und bekam eine kurze schriftliche Mitteilung, dass der Kardinal aufgrund seiner vielfältigen Verpflichtungen keine Zeit habe. Weitere Kontakte gab es nicht.

Es muss davon ausgegangen werden, dass Papst Johannes Paul II. 1994 wissen konnte, dass es die Möglichkeit geben könnte, dass eine evangelische Pfarrerin alle Bedingungen erfüllen könnte, um als katholische Priesterin anerkannt zu werden. Zudem könnten Mitarbeiter im Vatikan gewusst haben, dass Elke Göß am 1. Juli 1994 eine z.A.-Stelle in der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern antrat und dass sie bald danach ordiniert werden würde. Die Ordination von Pfarrerin z.A. Elke Göß verzögerte sich nach ihrem Dienstantritt im Herbst 1994 aus persönlichen Gründen. Pfarrerin z.A. Elke Göß wurde am 24. Mai 1995 in der Kirchengemeinde Stammbach durch den Bayreuther Oberkirchenrat Wilfried Beyhl, der in der Apostolischen Sukzession steht, ordiniert. Oberkirchenrat Wilfried Beyhl salbte Elke Göß bei dieser gottesdienstlichen Feier. In ihrer Stammbacher Zeit sprach Pfarrerin z.A. Elke Göß mit ihrem katholischen Kollegen Pater Serafim, einem polnischen Franziskaner-Pater, aus dem Kloster Marienweiher über das Projekt, das sie ab dem Jahr 2008 "Eucharistische Ökumene" nannte. Auch über die als konservativ geltende, aus Polen stammende Franziskanische Gemeinschaft in Oberfranken könnte der gebürtige Pole Papst Johannes Paul II. in Rom nach dem 22. Mai 1994 von der Möglichkeit erfahren haben, dass es einer evangelischen Pfarrerin gelingen könnte, alle Bedingungen zu erfüllen, die für römisch-katholische Priester gelten. Während ihrer Stammbacher Zeit erhielt Pfarrerin z.A. Elke Göß sehr viele aufmunternde Worte von Pater Serafim, der vor ihrem Dienstbeginn als strikter Gegner von Pfarrerinnen galt. Der inzwischen verstorbene Pater Serafim wurde für Elke Göß während ihrer z.A.-Zeit ihr wichtigster und wertvollster Kollege. Elke Göß nimmt an, dass sich Pater Serafim nicht so verhalten hätte, wenn er seine äußerst positive ökumenische Haltung nicht vorher mit Verantwortlichen in der römisch -katholischen Kirche abgesprochen hätte. Elke Göß vermutet, dass sich Pater Serafim bei seiner Einstellung ihr gegenüber im Einklang mit hierarchisch höherstehenden Personen in der römisch-katholischen Kirche befand.

 

3. Die Haltung der drei Vorgänger von Erzbischof Ladaria zur Zukunftsmöglichkeit eines Frauenpriestertums 

 

Am 26. Juli 2008 wurde Luis Francisco Ladaria Ferrer vom Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone die Bischofsweihe gespendet. Einer der Mitkonsekratoren war William Kardinal Levada, der damalige Präfekt der Glaubenskongregation.(12) Seit 1. Juli 2017, also genau ein Jahr vor seiner demnächst geplanten Kardinalsernennung, ist Erzbischof Ladaria Präfekt der Glaubenskongregation,(13) nachdem Papst Franziskus die Amtszeit von Gerhard Ludwig Kardinal Müller kurz vorher nicht verlängert hatte.

Sehr auffällig ist, dass sich Erzbischof Ladaria nicht in die theologische Meinung seiner drei Vorgänger bezüglich der mit der "Eucharistischen Ökumene" verbundenen Möglichkeit eines Frauenpriestertums in der römisch-katholischen Kirche einreiht und dass er dies, entgegen seiner eigenen hierarchischen Erfahrung und entgegen seines eigenen hierarchisch institutionalisierten Wissens, 29 Tage vor seiner Ernennung zum Kardinal öffentlich zu erkennen gibt.

In den vergangenen zehn Jahren, seit 14. Juni 2008, dem Tag der ersten "Eucharistischen Ökumene" in Santa Maria di Leuca, gibt es keine einzige Äußerung eines amtierenden oder ehemaligen Präfekten der Glaubenskongregation gegen die mit der "Eucharistischen Ökumene" verbundene Zukunftsmöglichkeit eines Frauenpriestertums in der römisch-katholischen Kirche. Am 14. Juni 2008 amtierte Papst Benedikt XVI, der vor seiner Wahl im Konklave 2005 Präfekt der Glaubenskongregation war. Sein Nachfolger war William Kardinal Levada. Dessen Nachfolger war Gerhard Ludwig Kardinal Müller. Keiner dieser drei amtierenden oder ehemaligen Präfekten der Glaubenskongregation hat sich nach dem 14. Juni 2008 jemals gegen die mit der "Eucharistischen Ökumene" verbundene Möglichkeit eines Frauenpriestertums in der römisch-katholischen Kirche ausgesprochen, weder öffentlich noch in internen Gremien der römisch-katholischen Kirche. Zudem ist der ehemalige Mitarbeiter der Glaubenskongregation, der ehemalige Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone einer der aufrichtigsten Befürworter der "Eucharistischen Ökumene". Tarcisio Kardinal Bertone war der Erste, der die geistliche Wahrheit und die zutreffende Richtigkeit und Rechtmäßigkeit der "Eucharistischen Ökumene", die von der Pfarrerin der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern (ohne Dienstauftrag) Elke Göß entdeckt wurde, als offizieller Vertreter der römisch-katholischen Kirche im Vatikan erkannt und anerkannt hat. Erst danach liess sich Papst Benedikt XVI. überzeugen. Bis heute gilt Tarcisio Kardinal Bertone nach der Dienstniederlegung von Papst Benedikt XVI. am 28. Februar 2013 als der höchstrangige Vertreter der "Eucharistischen Ökumene" im Vatikan. Erzbischof Ladaria wurde von Tarcisio Kardinal Bertone die Bischofsweihe gespendet. Trotz dieser eindeutigen Beweislage spricht sich Erzbischof Ladaria neun Tage vor seiner Kreiiung zum Kardinal gegen die Weihe von Frauen zum Priesteramt aus. Damit wendet er sich explizit gegen die Reformbestrebungen von Papst Benedikt XVI. auf diesem Gebiet.

 

4. Bischofssynoden und das Kardinalskollegium berieten 2009 über das Frauenpriestertum in der römisch-katholischen Kirche

 

Ebenso wie die Haltung seiner Vorgänger zu diesem Thema ist Erzbischof Ladaria bekannt, dass es im Jahr 2009 eine internationale Bischofssynode zu diesem Thema gab. Die Bischofssynode stimmte damals mit sehr großer Mehrheit für die ""Eucharistische Ökumene". Ebenso fanden Sitzungen des Kardinalskollegiums statt, in denen es um die Zulässigkeit und die Zukunftsmöglichkeiten der "Eucharistischen Ökumene" ging. Auch das Kardinalskollegium war mit großer Mehrheit dafür. Es gab institutionell ausgearbeitete Planungen, um diesen Weg in der römisch-katholischen Kirche weiterzugehen. Diese Planungen fanden keineswegs nur im Geheimen statt, sondern sind weitestgehend Insidern bekannt. Dass nun, fast zehn Jahre später, Erzbischof Ladaria als Präfekt der Glaubenskongregation sich so äußert, als hätte es diese gültigen Entscheidungen nie gegeben, ist eine persönliche Rückwärtswendung, die einer allgemein verbindlichen Basis entbehrt.

 

5. Versprechen der Bischöfe, sich nicht gegen ein Frauenpriestertum auszusprechen und dieser Zukunftsmöglichkeit nicht entgegen zu wirken

 

Papst Benedikt XVI. hatte eingeführt, dass niemand zum Bischof ernannt werden kann, der die Weihe für Frauen ins Priesteramt ablehnt. Alle von Papst Benedikt XVI. ernannten Bischöfe mussten versprechen, dass sie zukünftig Frauen im Priesteramt in der römisch-katholischen Kirche akzeptieren. Dieses verbindliche Versprechen scheint Papst Franziskus aufgelöst zu haben. Dennoch bleibt, dass sich Erzbischof Ladaria mit seiner öffentlichen Äußerung im "L'Osservatore Romano" gegen die jüngsten von Papst Benedikt XVI. in die Wege geleiteten kirchengeschichtlichen Veränderungen wendet. Ob Erzbischof Ladaria damit gegen seine Gehorsamsverpflichtung gegenüber Papst em. Benedikt XVI. verstoßen hat, muss Papst Franziskus klären.

 

6. Konklave 2013 und die erste Frau, die offiziell "papabile" ist

 

Das Konklave am 13. März 2013 war einerseits deshalb historisch, weil der Argentinier Jorge Mario Kardinal Bergoglio zum Papst gewählt wurde. Zum Zweiten war das Konklave historisch, weil erstmals in der Geschichte der römisch-katholischen Kirche eine Frau offiziell als "papabile"  Stimmen bekam.

Die Kirchengeschichte tradiert die Geschichte, dass im 9. Jahrhundert eine Frau aus Germanien als Mann verkleidet, in einem Konklave zum Papst gewählt wurde. Als sie schwanger wurde, starb sie auf den Straßen Roms. Sie ging als "Päpstin Johanna" in die Kirchengeschichte ein. Papst em. Benedikt XVI. erkennt die Existenz von Päpstin Johanna an und vertritt die Ansicht, dass diese Geschichte auf eine reale Begebenheit zurückgeht. Papst Franziskus hält die Existenz von Päpstin Johanna für eine Legende. Schließt man sich der Meinung des Papstes an, der als der bedeutendste Theologe der römisch-katholischen Kirche im 20. Jahrhundert und zu Beginn des 21. Jahrhunderts gilt, so bleibt im Hinblick auf die Frage, wann eine Frau, die auch als Frau zu erkennen war, erstmals offiziell bei einem Konklave mehrere Stimmen von Kardinälen bekam, nur die Antwort: am 13. März 2013. Diese Frau war eine protestantische Pfarrerin.

Um die Tragweite dieses historisch einzigartigen Ereignisses zu verstehen, muss man wissen, dass im Konklave nur die Personen gewählt werden können, die alle Voraussetzungen für Bischöfe in der römisch-katholischen Kirche erfüllen. Die Bezeichnung "papabile" meint, dass eine Person alle Voraussetzungen erfüllt, um in einem Konklave in das Papstamt gewählt zu werden. Wenn somit eine Frau Stimmen von Kardinälen in einem Konklave bekommt, dann hat sie offensichtlich alle Bedingungen erfüllt, die für Bischöfe in der römisch-katholischen Kirche gelten. Der Papst ist gleichzeitig der Bischof von Rom. Zum Bischof in der römisch-katholischen Kirche können von einem Papst nur Priester ernannt werden. Somit ist der Rückschluss vollkommen zulässig: Wenn eine Frau mehrere Stimmen in einem Konklave von bedeutenden Kardinälen erhalten hat, so ist der Rückschluss legitim, dass diese Frau offensichtlich alle Kriterien erfüllt hat, die für Priester und Bischöfe in der römisch-katholischen Kirche gelten. Die Erfüllung dieser Kriterien ist offensichtlich unabhängig vom Geschlecht dieser Person gültig. Somit kann auch eine Frau zur Priesterin in der römisch-katholischen Kirche geweiht werden, sie kann alle Bedingungen erfüllen, um von einem Papst zur Bischöfin in der römisch-katholischen Kirche ernannt zu werden und sie kann in einem Konklave legitimerweise als "papabile" gewählt werden.     

 

7. Signale des Konsistoriums am 29. Juni 2018

 

Welches Signal von dem Konsistorium am 29. Juni 2018 für die mit der Möglichkeit des Frauenpriestertums verbundene "Eucharistische Ökumene" ausgehen soll, ist bisher nicht erkennbar. Zum einen ist Erzbischof Ladaria nicht der Einzige, der sich ausdrücklich gegen ein Frauenpriestertum ausspricht. Unter den 14 neuen Kardinälen befindet sich auch der aus Polen stammende Monsignore Konrad Krajewski, der von 1999 bis 2013 Päpstlicher Zeremonienmeister war und unter Papst Johannes Paul II. sehr häufig links neben dem polnischen Papst bei Messen zu sehen war. In der Ankündigung des Konsistoriums durch die Pressemitteilung des "Sala Stampa della Santa Sede" vom 20. Mai 2018 und der darin enthaltenen Kurzbiographie ist nicht genannt, wann der am 25. November 1963 geborene Nominierte die Bischofsweihe empfing. Erst ein Blick in dessen Wikipedia-Eintrag erschließt, dass Konrad Krajewski am 17. September 2013 zum Bischof geweiht wurde.(14)

Zwischenzeitlich liess Bischof Krajewski erkennen, dass er seine Einstellung zum Frauenpriestertum geändert haben könnte. Eindeutige Indizien, welche Meinung der 1963 Geborene, der mit Pfarrerin (ohne Dienstauftrag) Elke Göß gleichaltrig ist, derzeit hat, gibt es nicht. Im Blick auf die Geschichte der römisch-katholischen Kirche zeigt sich, dass neue Entwicklungen, wenn sie vom Papst und dem Kardinalskollegium nicht sehr bald übernommen und umgesetzt wurden, im Laufe von mehreren Jahren zu diametral verlaufenden Bewegungen wurden. Wenn es eine große Mehrheit für eine Neuerung gab und diese nicht umgesetzt wurde, bildeten sich innerhalb weniger Jahre Gegenbewegungen, die sich vehement positionierten. Dadurch entstand manchmal ein Patt, manchmal eine Schaukelbewegung, hin und her, auf eine Neuerung zu und dann doch wieder ins althergebrachte Konservative abgleitend. Diese zeitgeschichtlichen Bewegungen werden oft erst mit kirchengeschichtlichem Abstand als Schaukelbewegungen erkannt. In der Individualpsychologie würde man dabei von schizophrenen Zügen sprechen. Für die Geschichte der römisch-katholischen Kirche kommen solche Bezeichnungen selbstverständlich nicht in Frage, aber sie deuten an, wie problematisch das Entstehenlassen von Schaukelbewegungen bei zeitgeschichtlichen Neuerung in der römisch-katholischen Kirche sein kann. Die einander oftmals diametral entgegen gesetzten Bewegungen prägen die römisch-katholische Kirche manchmal über hundert Jahre und länger. Es wäre somit für eine gelingende Zukunftsperspektive nicht günstig, solche Gegenbewegungen entstehen zu lassen und zu fördern. Ob Papst Franziskus sich dessen bewußt ist, muss bezweifelt werden. Da er in den Medien als Reformer gilt, kommen Rückschritte auf dem Gebiet des Frauenpriestertums oftmals nicht in den Blick.

 

Fazit

 

Es ist durchaus möglich, dass Papst Franziskus von der kirchengeschichtlich einmaligen neuen Linie von Papst Benedikt XVI. bezüglich einer zukünftigen Priesterweihe von Frauen in der römisch-katholischen Kirche abgerückt ist. Das persönliche Verhältnis von Papst Franziskus gegenüber Frauen, die lebenslang als Nonnen in der römisch-katholischen Kirche dienen wollen, bekam eine eindeutige Wendung, als in Rom bekannt wurde, dass der argentinische Papst in jedem Jahr seines Pontifikates eine Nonne zum Sex gezwungen hat und sie geschwängert hat. Auch die gewaltsamen Misshandlungen von Frauen durch die vatikanische Gendarmerie sind unter Papst Franziskus keineswegs gestoppt worden, wie zwei Vorfälle an Weihnachten 2017 auf dem Petersplatz und am Karfreitag 2018 im Petersdom zeigen. Der erste Fall wurde durch die Medien dokumentiert, den zweiten Fall bekamen mehrere hundert Gläubige bei der Karfreitagsvesper 2018 im Petersdom mit Papst Franziskus mit. Nicht zuletzt hat weder Papst Benedikt XVI. noch Papst Franziskus die zehnfachen Körperverletzungen, die Elke Göß, Pfarrerin der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern (ohne Dienstauftrag) am Ostersonntag, 23. März 2008, durch sechs vatikanische Gendarmen zugefügt wurden und die die Staatsanwaltschaft Regensburg als dreistündige Vergewaltigung eingeordnet hat, juristisch ahnden lassen. Bereits jetzt ist es Teil der neuesten Kirchengeschichte der römisch-katholischen Kirche, dass sechs Gendarmen auf Anweisung hin eine Pfarrerin der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern, die alle Bedingungen erfüllt, um als erste Frau in der Geschichte der römisch-katholischen Kirche als Priesterin anerkannt zu werden, am 23. März 2008 so schädigten, dass sie ihr Zweitstudium nicht abschließen konnte, dass sie ihre Lebensplanung, Professorin zu werden, nicht mehr verfolgen konnte, dass sie so geschädigt wurde, dass sie sich noch neun Jahre später einer schweren Operation unterziehen musste und dass sich mit dieser Gewalttat die geistliche Gleichberechtigung von Frauen in der römisch-katholischen Kirche auf unbestimmte Zeit verschob.

Andererseits ist es durchaus im Bereich des Möglichen, dass Papst Franziskus entgegen seiner persönlichen Vergehen die mit der "Eucharistischen Ökumene" verbundene Möglichkeit eines Frauenpriestertums als zukunftsträchtig einschätzt und dass er bei passender Gelegenheit weitere Schritte auf diesem Weg zu gehen bereit ist. Papst Franziskus könnte die neuen Kardinäle intern auf die Anerkennung eines zukünftigen Frauenpriestertums verpflichten, so wie dies Papst Benedikt XVI. von den neuen Bischöfen gefordert hat. Papst Franziskus könnte eine Einwilligung der neuen Kardinäle als verpflichtend vorschreiben, der zufolge sie eine schriftliche Erklärung unterschreiben müssen, die sie, ähnlich der von Papst Benedikt XVI. erarbeiteten Erklärung für die Bischöfe, verpflichtet, als Kardinal jegliche Äußerungen und Handlungen zu unterlassen, die einer zukünftigen Weihe von Frauen ins Priesteramt der römisch-katholischen Kirche im Wege stehen. Dies wäre ein neuer Schritt auf dem Weg zu einem Frauenpriestertum. Seit der ersten "Eucharistischen Ökumene" am 14. Juni 2008 hat sich in den vergangenen zehn Jahren bisher sehr wenig bewegt. Wenn die römisch-katholische Kirche nicht weitere 20 bis 30 Jahre auf Frauen im Priesteramt verzichten will, sollte sie die Chance, die sich mit der "Eucharistischen Ökumene" bezüglich des Frauenpriestertums anbietet, nutzen.

 

Elke Göß

 

(1) vgl. Apostolisches Schreiben "Ordinatio Sacerdotalis" von Papst Johannes Paul II. an die Bischöfe der katholischen Kirche, über die nur Männern vorbehaltene Priesterweihe, Vatikan, 22. Mai 1994

(2) vgl. Vatikan bekräftigt Nein zur Priesterweihe für Frauen, https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2018-05/ladaria-frauenordination-osservatore-romano-klarstellung.html, 01.06.2018

(3) vgl. Über uns, https://www.vaticannews.va/de/ueber-uns.html,01.06.2018

(4) vgl. Päpstliche Unfehlbarkeit, https://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A4pstliche_Unfehlbarkeit,01.06.2018

(5) vgl. Päpstliche Unfehlbarkeit, https://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A4pstliche_Unfehlbarkeit,01.06.2018

(6) vgl. Munificentissimus Deus, https://de.wikipedia.org/wiki/Munificentissimus_Deus,01.06.2018

(7) vgl. Päpstliche Unfehlbarkeit, https://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A4pstliche_Unfehlbarkeit,01.06.2018

(8) vgl. Göß Elke (i.E.): Der politische Pluralismus Harold J. Laskis. Studien zu einer historischen Strömungsanalyse in der Politischen Theorie, Liberale Gesellschaftsanalyse, Band 6, http://www.elkegoess.com/neuerscheinungen-und-projekte/geplante-neuerscheinungen/,01.06.2018; vgl. Göß Elke (i.E.): Göß Elke (i.E.): Josemaria Escrivà. Wegmarkierungen des Opus Dei, Liberale Gesellschaftsanalyse, Band 7, http://www.elkegoess.com/neuerscheinungen-und-projekte/geplante-neuerscheinungen/,01.06.2018; vgl. Göß Elke (i.E.): Papst Franziskus - ein international anerkannter Autor? Eine global-historische Literatur-Online-Recherche und deren dokumentarische Grenzen, Liberale Gesellschaftsanalyse, Band 9, http://www.elkegoess.com/neuerscheinungen-und-projekte/geplante-neuerscheinungen/,01.06.2018; vgl. Göß Elke (i.B.): Historische Strömungsanalyse und liberale Gesellschaftsanalyse, Liberale Gesellschaftsanalyse, Band 18, http://www.elkegoess.com/neuerscheinungen-und-projekte/projektierte-arbeiten/,01.06.2018

(9) vgl. Göß Elke (i.E.): Der politische Pluralismus Harold J. Laskis. Studien zu einer historischen Strömungsanalyse in der Politischen Theorie, Liberale Gesellschaftsanalyse, Band 6, http://www.elkegoess.com/neuerscheinungen-und-projekte/geplante-neuerscheinungen/,01.06.2018; vgl. Göß Elke (i.E.): Göß Elke (i.E.): Josemaria Escrivà. Wegmarkierungen des Opus Dei, Liberale Gesellschaftsanalyse, Band 7, http://www.elkegoess.com/neuerscheinungen-und-projekte/geplante-neuerscheinungen/,01.06.2018; vgl. Göß Elke (i.E.): Papst Franziskus - ein international anerkannter Autor? Eine global-historische Literatur-Online-Recherche und deren dokumentarische Grenzen, Liberale Gesellschaftsanalyse, Band 9, http://www.elkegoess.com/neuerscheinungen-und-projekte/geplante-neuerscheinungen/,01.06.2018; vgl. Göß Elke (i.B.): Historische Strömungsanalyse und liberale Gesellschaftsanalyse, Liberale Gesellschaftsanalyse, Band 18, http://www.elkegoess.com/neuerscheinungen-und-projekte/projektierte-arbeiten/,01.06.2018

(10) vgl. Apostolisches Schreiben "Ordinatio Sacerdotalis" von Papst Johannes Paul II. an die Bischöfe der katholischen Kirche, über die nur Männern vorbehaltene Priesterweihe, Vatikan, 22. Mai 1994

(11) vgl. Walter Brandmüller, https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Brandm%C3%BCller,01.06.2018

(12) vgl. Luis Ladaria, https://de.wikipedia.org/wiki/Luis_Ladaria,01.06.2018

(13) vgl. Luis Ladaria, https://de.wikipedia.org/wiki/Luis_Ladaria,01.06.2018

(14) vgl. Konrad Krajewski, https://de.wikipedia.org/wiki/Konrad_Krajewski,01.06.2018

 

1. Juni 2018

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update: 29. September 2019

Installation: 10. Mai 2018

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