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Die neue CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer lügt bei „Maischberger“, dass Papst Benedikt XVI. gegen das Frauenpriestertum sei

 

Lügt die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer „nur“, verbreitet sie eine rechtlich relevante üble Nachrede oder verleumdet(1) sie Papst em. Benedikt XVI. mit ihrer Behauptung, er sei gegen das Frauenpriestertum in der römisch-katholischen Kirche, die sie in der Sendung „Maischberger“ am 30. Januar 2019 geäußert hat? Der neue Shooting-Star der CDU möchte Bundeskanzlerin Angela Merkel beerben. Ist eine Frau, die im juristisch günstigsten Fall eine Lüge über einen Papst verbreitet, geeignet, Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland zu werden?

Als Lib & In-Autorin habe ich bereits am 2. Februar 2019 bei der CDU angefragt, wie es zu dieser Äußerung der neuen Parteivorsitzenden gekommen ist. Fast zwei Wochen später ist immer noch keine Antwort eingetroffen. Ist die CDU mit ihren Werkstattgesprächen zu „Humanität und Härte“ in der Flüchtlingsdebatte so sehr beschäftigt, dass Korrekturen zu einem so wichtigen und öffentlich bedeutsamen Thema ausbleiben?

Lediglich die Pressestelle der CSU in München war zu einem Gespräch bereit. Dort war man sehr überrascht, dass ein solcher Fehler passieren konnte. Ich habe einem Pressesprecher der CSU vorgeschlagen, dass die CSU mit ihrer „Schwester“ CDU redet und dass beide zusammenhalten, wenn ich auftauche. Juristisch könnte eine solche Falschaussage von Annegret Kramp-Karrenbauer schlecht ausgehen und politisch könnten Spätfolgen drohen. Die Verbindung des römischen Katholizismus in Deutschland zur CDU ist geschichtlich und inhaltlich von großer Bedeutung. Welche Auswirkungen die Lüge der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer für das zukünftige Verhältnis haben wird, lässt sich nur erahnen. Möglicherweise könnte die falsche Angabe über die angebliche Frauenfeindlichkeit von Papst Benedikt XVI. gravierende Folgen bei den kommenden Wahlen für Annegret Kramp-Karrenbauer zeitigen. Besonders hoch ist die Gefahr, dass diese Lüge von Annegret Kramp-Karrenbauer in der Politik und in den Medien als angeblich gesichertes Wissen weiterverbreitet wird.

Vor ihrer Wahl zur CDU-Vorsitzenden auf dem Hamburger Parteitag am 7. Dezember 2018 gab die Saarländerin bekannt, dass sie früher selbst Priesterin werden wollte.(2) Sieht sich Annegret Kramp-Karrenbauer als die Hohepriesterin des römischen Katholizismus, obwohl sie offensichtlich nicht bereit ist, sich korrekt über die Haltung eines deutschen Papstes zum Frauenpriestertum zu informieren? Wäre Annegret Kramp-Karrenbauer Priesterin, könnte es sein, dass disziplinarische Konsequenzen drohen würden.

Als Reaktion auf die Äußerung der Katholikin, die in den Medien reüssierte, sie habe selbst einmal Priesterin werden wollen(3), ist Härte angesagt. Nein, Papst Benedikt XVI. hat sich nie gegen das Frauenpriestertum ausgesprochen. Nach derzeitigem Erkenntnisstand, den ich durch eine zwölfjährige Beschäftigung mit dem Vatikan und mit beiden Päpsten erlangt habe, scheint sogar gesichert zu sein, dass sich Papst Benedikt XVI. vor seiner Wahl zum Papst, dass sich also Joseph Kardinal Ratzinger niemals gegen das Frauenpriestertum ausgesprochen hat.

Vom WDR bzw. von der für die Sendung „Maischberger“ verantwortlichen Redaktion war bisher ebenfalls keine Stellungnahme zu bekommen. Sandra Maischberger weigert sich in ihren Sendungen, Fehler aus vorhergehenden Sendungen zu dementieren. So bleibt sie seit 15 Jahren fehlerfrei.(4)

Das Exklusivinterview von Sandra Maischberger am 30. Januar 2019, das die ARD sendete, war das erste Einzelinterview der seit dem 7. Dezember 2018 amtierenden neuen CDU-Vorsitzenden Annegret-Kramp-Karrenbauer im deutschen Fernsehen. Sandra Maischberger, eine gewiefte Journalistin, pirschte sich langsam an den Themenbereich römisch-katholische Kirche heran. Bei einer Kameraeinstellung konnte man sehen, dass Sandra Maischberger ein ausformuliertes Konzept in den Händen hielt. Jeder Satz war im Vorfeld abgesprochen. Ob die Frage für Annegret Kramp-Karrenbauer dennoch überraschend kam, konnte man nicht ersehen. Wann sie denn das letzte Mal bei der Beichte gewesen wäre, fragte sie Sandra Maischberger. Die 56-jährige CDU-Politikerin zögerte. Sie dachte nach. Vage antwortete sie, das sei vor einigen Jahren gewesen. Offensichtlich konnte sie sich nicht mehr genau daran erinnern, wann sie das letzte Mal die Beichte abgelegt hatte. Diese Frage von Sandra Maischberger hätte ein Warnsignal wie eine rote Ampel für Annegret Kramp-Karrenbauer sein können. Doch ähnlich wie die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende und ehemalige Bischöfin Margot Käßmann bei Nacht bretterte Annegret Kramp-Karrenbauer an dieser Warnblinkanlage vorbei. Sandra Maischberger flocht ein, dass Annegret Kramp-Karrenbauer bei beiden Päpsten bereits eine Privataudienz bekommen hat. Nur wenige Sätze später musste Annegret Kramp-Karrenbauer die falsche Behauptung loslassen, dass Papst Benedikt XVI. gegen das Frauenpriestertum sei. Sandra Maischberger ließ eine sekundenlange Stille folgen, als wüsste sie dazu keine Weiterleitung. Annegret Kramp-Karrenbauer tat so, als sei ihre Behauptung vollkommen korrekt. Die Zuschauerinnen und Zuschauer konnten nicht erkennen, dass die Behauptung von Annegret Kramp-Karrenbauer falsch ist. Die Darstellung von Annegret Kramp-Karrenbauer ließ auch die Vermutung zu, dass ihre (falsche) Behauptung auf eines ihrer Gespräche mit einem der beiden Päpste zurückgehen würde.

Die Behauptung von Annegret Kramp-Karrenbauer, dass Papst Benedikt XVI. gegen das Frauenpriestertum ist, ist schlicht falsch. Meiner Meinung nach war Papst Benedikt XVI. ein großer Förderer des Gedankens, dass es Frauen als Priesterinnen in der römisch-katholischen Kirche geben kann, geben sollte und geben wird. Er war vielleicht der größte Befürworter des Frauenpriestertums in der Geschichte der weltweit existierenden römisch-katholischen Kirche seit ihrer Gründung bis heute.

Seit 2006 beschäftige ich mich als Pfarrerin (ohne Dienstauftrag) mit den beiden Päpsten Benedikt XVI. und Franziskus und mit dem Vatikan. Ich publiziere seit acht Jahren zu Themen aus diesem Bereich zunächst auf meiner Internetseite „Liberal and Innovativ“(5) und speziell zu dem von mir entworfenen Projekt der „Eucharistischen Ökumene Eucharistic Ecumenism Eucaristica Ecumene Eucharistique Oecuménisme“ seit 10. Mai 2018 auf einer eigenen Internetseite(6). Dabei geht es um die Möglichkeit einer gemeinsamen Eucharistiefeier mit allen christlichen Konfessionen und um die Möglichkeit des Frauenpriestertums in der römisch-katholischen Kirche. Ganz wesentlich hat Papst Benedikt XVI. dazu beigetragen, dass ich diese Gedanken öffentlich geäußert habe. Wenn Papst Benedikt XVI. JEMALS gegen das Frauenpriestertum gewesen wäre, wüsste ich es. Ich würde wahrscheinlich als Erste darüber informiert, sollte der bald 92-jährige Papst zu diesem Thema seine Meinung ändern. Seit 2008 entwickle ich publizistisch das Projekt der "Eucharistischen Ökumene". Ich habe in den vergangenen bald 13 Jahren seit 2006 noch NIE gehört, dass Papst Benedikt XVI. gegen das Frauenpriestertum ist. Im Gegenteil: Es gab eine Phase im Pontifikat von Papst Benedikt XVI, in der er die Möglichkeit einer "Eucharistischen Ökumene" ernsthaft und umfassend prüfen ließ. Er selbst hat sogar institutionelle Neuerungen in die Wege geleitet, die eine erste offizielle Feier der "Eucharistischen Ökumene" mit mir ermöglicht hätten. Teil dieses institutionellen Prozesses waren Beschlüsse der internationalen Bischofskonferenz und Beschlüsse des Kardinalskollegiums in den Jahren 2008 bis etwa 2010. In dieser Zeit hat Papst Benedikt XVI. seine eigenen Schriften danach durchforstet, ob er sich an irgendeiner Stelle gegen das Frauenpriestertum ausgesprochen hat bzw. Essentielles dagegen geschrieben hat. Mir ist nicht bekannt, dass er fündig geworden wäre. Dazu habe ich bisher noch nichts publiziert.

Eindeutig ist, dass Papst Johannes Paul II. starke Bedenken gegen das Frauenpriestertum hegte und diese auch schriftlich verfasst hat. Es ist nicht gerade das Herzensanliegen von Papst Franziskus, dass es Frauen als Priesterinnen in der römisch-katholischen Kirche gibt. Dennoch öffnet er Schritt für Schritt und sehr vorsichtig den Weg dorthin. Ein Indiz dafür ist die Anerkennung von Maria Magdalena als Apostolin durch Papst Franziskus. Er stellte damit Maria Magdalena den zwölf Jüngern als ebenbürdig dar. Dies ist deshalb bedeutend, da viele Gegnerinnen und Gegner des Frauenpriestertums in der römisch-katholischen Kirche oftmals behaupten, Jesus Christus hätte nur Männer zu seinen Aposteln berufen. Leider oder vielleicht bezeichnender Weise wurde diese Neuerung von Papst Franziskus in den deutschen Medien kaum beachtet.

Wie konnte es dazu kommen, dass der neue Shooting-Star der CDU gleich so verbal danebenschießt? Kann es sein, dass einer der beiden Päpste Benedikt XVI. oder Franziskus diese Behauptung bei einer Privataudienz der saarländischen Innenministerin und neuen CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer mitgegeben hätte? Dies ist nicht anzunehmen, da die Behauptung falsch ist. Zudem dürfte Annegret Kramp-Karrenbauer nicht über die Privataudienzen der Päpste in den Medien plaudern. Könnte der Privatsekretär von Papst Benedikt XVI. und der derzeitige Präfekt des Päpstlichen Hauses, zu dessen Aufgabenbereich die Organisation von Privataudienzen gehört, Erzbischof Georg Gänswein diese vorgeblich frauenfeindliche Haltung von Papst Benedikt XVI. gegen dessen Einwilligung verbreitet haben? Auch diese Annahme ist nicht zutreffend. Zwar nimmt Erzbischof Georg Gänswein zumindest teilweise selbst eine andere Position zum Frauenpriestertum ein wie sein Chef Papst Benedikt XVI. Dass er dessen Haltung ins Gegenteil verkehrt und diese falsche Behauptung dann hinter dem Rücken von Papst Benedikt XVI. verbreitet, ist nicht anzunehmen.

Von wem hat die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer die falsche Behauptung, Papst Benedikt XVI. sei gegen das Frauenpriestertum, wenn sie selbst nicht die Urheberin sein sollte? Man muss annehmen, dass die neue CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer von einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter diese falsche Behauptung übernommen hat. Es besteht somit Evaluationsbedarf bei der CDU bezüglich zeitadäquater Wahrnehmung neuester Entwicklungen in der römisch-katholischen Kirche und insbesondere bezüglich der adäquaten Wahrnehmung der Neuerungen, die die Päpste in die Wege leiten. Doch die Übernahme der falschen Behauptung entlastet die Katholikin Annegret Kramp-Karrenbauer nicht. Als Chefin muss sie darauf bestehen, dass ihr nur korrekte Informationen mitgeteilt werden. Neben der Problematik, eine strafrechtlich relevante Behauptung über Papst Benedikt XVI. in den Medien verbreitet zu haben, scheint Annegret Kramp-Karrenbauer das hierarchische Problem zu haben, dass ihre Mitarbeitenden sie bewusst falsch informieren.

 

Elke Göß

 

(1) Vgl. Üble Nachrede (Deutschland) https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cble_Nachrede_(Deutschland),15.02.2019

(2) Vgl. Zimmermann Steffen (2018): Vor der Wahl eines neuen CDU-Vorsitzenden. So katholisch sind Kramp-Karrenbauer, Merz und Spahn, https://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/so-katholisch-sind-kramp-karrenbauer-merz-und-spahn,15.02.2019

(3) Vgl.  Vgl. Zimmermann Steffen (2018): Vor der Wahl eines neuen CDU-Vorsitzenden. So katholisch sind Kramp-Karrenbauer, Merz und Spahn, https://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/so-katholisch-sind-kramp-karrenbauer-merz-und-spahn,15.02.2019

(4) Vgl. Maischberger (Fernsehsendung) https://de.wikipedia.org/wiki/Maischberger_(Fernsehsendung),15.02.2019

(5) Vgl. Liberal and Innovativ www.libandin.com,15.02.2019

(6) Vgl. Eucharistische Ökumene Eucharistic Ecumenism Eucaristica Ecumene Eucharistique Oecuménisme www.eucharistia.info,15.02.2019

 

15. Februar 2019

 

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update: 21. November 2019

Installation: 10. Mai 2018

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